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Jens Nettekoven (cdu)
"Deutschlandfahne geht auch im Garten"

Remscheid. Was macht die Fußball-EM mit unserem Nationalgefühl? Der Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven über Fußball und AfD.

EM-Jubel und Fahnenschwenken für Deutschland? Schafft der Fußball ein neues Nationalbewusstsein? Darüber und über eine neue Partei, die mit Nationalbewusstsein Wahlkampf macht, sprachen wir mit dem Landtagsabgeordneten und Remscheider CDU-Chef Jens Nettekoven.

Sie waren selbst schon Stadiongast bei der EM und sind großer Fußball-Fan. Wir schwenken Deutschland-Fähnchen, Spieler und Trainer singen die Nationalhymne mit mehr oder weniger Inbrunst. Gleichzeitig beschließt die NRW-Verfassungskommission mit den Stimmen von CDU und FDP, dass Regierungsmitglieder künftig nicht mehr auf das "deutsche Volk" sondern "das Wohl des Landes Nordrhein-Westfalen" schwören sollen. Die Grünen sprechen von einem wichtigen "integrationspolitischen Signal". Wie passt das zusammen?

Nettekoven Die Interpretation der Grünen ist falsch. Bei der Verfassungsänderung geht es darum, einen lokalen Bezug herzustellen und auf das Bundesland zu schwören. Die Bayern machen das auch so.

Sie sehen also nicht die Gefahr, mit solchen Beschlüssen konservative Wähler, also Ihr Stammklientel, zu verprellen?

Nettekoven Nein, denn die Integration oder Rücksichtnahme auf Zuwanderer ist hierbei nicht unsere Intention.

Am Sonntag ist die EM vorbei. Dürfen wir die deutsche Fahne nur beim Fußball zeigen und nur dort die Nationalhymne singen?

Nettekoven Nein. Ich bin stolz und bekomme eine Gänsehaut, wenn ich die Nationalhymne höre und lege die Hand auf die Brust. Die badenwürttembergischen Jung-Grünen liegen falsch, wenn sie uns zur EM das Fahnenschwenken und Korsofahren verbieten wollen. Das dürfen wir. Auch im Kleingarten ist es zulässig, wenn man nicht die Fahne vom FC Bayern oder 1. FC Köln aufzieht, sondern die Deutschlandfahne.

Die AfD hatte am Wochenende Landesparteitag, auf kommunalem Parkett in Remscheid ist sie bisher nicht aufgetreten. Rechnen Sie damit, dass es bald passieren könnte?

Nettekoven. Ja, klar. Alles andere würde mich überraschen. Die AfD wird sicher auch in Landtag und Bundestag einziehen und sich dort dem Parlamentarismus anpassen. Dann bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis sie entzaubert wird. Horst Seehofer hat Recht, wenn er sagt: Wer Rechtsradikale abwehren will, muss die Sorgen und Nöte der Menschen ernst nehmen.

Hat Ihre Partei auch eine lokale Strategie zur Abwehr der AfD?

Nettekoven Wir müssen auf Gegner vorbereitet sein. Doch gibt es für mich keine Strategie, jemanden zu verhindern oder abzuwehren. Es geht vielmehr darum, eine gute Politik zu machen. Dazu gehören bei der CDU die großen und konstanten Schwerpunkte der Familie, von Wirtschaft, Kultur sowie Sicherheit und Ordnung.

BERND BUSSANG FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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