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Remscheid
Die gefragteste Schule Remscheids

Remscheid: Die gefragteste Schule Remscheids
Schulleiter Carlos Sánchez-Martinez zeigt seinem Amtsvorgänger Klaus Nevries das Plakat zum Jubiläum. Geplant ist eine Ausstellung zur Geschichte der zweiten Remscheider Gesamtschule. FOTO: nico hertgen
Remscheid. Die Sophie-Scholl-Gesamtschule feiert Silberjubiläum. Gründungsschulleiter Klaus Nevries war gestern zu Gast. Von Stefanie Bona

Als nur kurze Zeit nach ihrer Gründung feststand, dass die Sophie-Scholl-Gesamtschule vom Provisorium im Schulgebäude Leverkuser Straße in einen Neubau umziehen sollte, lag die wachsende Resonanz auf die zweite Remscheider Gesamtschule auf der Hand. "Wir haben damals den Düsseldorfer Flughafen besichtigt - einfach, weil wir uns die Frage stellten: Wie kann man ein Gebäude für viele Menschenströme bauen", erinnert sich Gründungsschulleiter Klaus Nevries. 1990 ging die zweite Remscheider Gesamtschule an den Start, weil die Albert-Einstein-Schule die wachsenden Anmeldezahlen nicht mehr alle berücksichtigen konnte. Auf dem Hohenhagen entstand ein Schulneubau, in dem mit Weitsicht alle Anforderungen eines modernen Schulbetriebs berücksichtigt wurden.

Zuvor erhielt die unter dem Namen "Gesamtschule II Remscheid-Lennep" geführte Schule ihren Namen. Bewusst habe man nach einer bedeutendenden Frauenpersönlichkeit gesucht. Mit Widerstandskämpferin Sophie Scholl, die ihr Eintreten gegen das NS-Regime in jungen Jahren mit dem Leben bezahlte, sei eine Identifikationsfigur für Schüler, Eltern und Kollegium gewählt worden. Zunächst musste man jedoch ihre Familie überzeugen, die eigentlich lieber gesehen hätte, wenn auch ihr Bruder Hans miteinbezogen worden wäre. Schließlich stimmten die Verwandten aber zu, zur Feierstunde anlässlich der Namensgebung reiste ein Neffe Sophie Scholls nach Remscheid.

Farbenfroh - wie ein Symbol für die Vielfalt innerhalb der Schülerschaft - grüßt der Löwe vom Dach des Schulgebäudes. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)

In den Anfängen wurde die neue Schule von verschiedenen Seiten mit Argwohn betrachtet. Politisch fand sie nicht überall Rückhalt, die Kollegien der etablierten Schulformen äußerten Skepsis. "Die Ideologie der ,Gleichmacherei' sei in den Köpfen schon sehr verankert gewesen", räumt Nevries ein. "Viele im gehobenen Bürgertum konnten sich nicht vorstellen, dass ihre Kinder vom gemeinsamen Lernen profitieren. Sie davon zu überzeugen, war schwierig", ergänzt er. Heute ist das gelungen. Nimmt man die Zahl der Kinder, deren Anmeldung immer noch wegen fehlender Plätze nicht berücksichtigt werden können, sei die Gesamtschule in Remscheid die beliebteste Schulform, sagt der heutige Schulleiter Carlos Sánchez-Martinez.

Die erzielten Ergebnisse bei der jüngsten Qualitätsanalyse geben der Entscheidung vieler Eltern, die die "Sophie" für ihre Kinder wählen, Recht. Dabei erhielt die Schule 13 mal die Bestnote und 12 mal ein "gut". In den 25 Jahren hat die Schülerschaft gelernt, Schulleitungsteam und Lehrerschaft aber auch. Immer wieder wurden didaktische Methoden überprüft und optimiert. Die Durchlässigkeit, die es auch im dreigliedrigen Schulsystem gibt, sei in der Gesamtschule integriert. "Die Kinder und Jugendlichen befinden sich nie in einer Liga, sondern sind einfach Schüler dieser Schule", betont Sánchez-Martinez.

Die Zehntklässler Elias El Ghorchi und Fabian Wasserthal, beide 15, bestätigen diese Einschätzung. Als Redakteure der Schulzeitung übernehmen sie gerne Verantwortung. "Es gibt so viele Möglichkeiten an der Schule, da ist für jeden etwas dabei", findet Elias, der genau wie Fabian im nächsten Schuljahr in die Oberstufe wechseln möchte.

Quelle: RP
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