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Remscheid
Die Hollywood-Fabrik

Remscheid: Die Hollywood-Fabrik
In der ehemaligen Feilenfabrik Ehlis sollen wohl einige Schlüsselszenen des Films spielen. Auch ein naheliegendes Waldstück soll als Handlungsort dienen. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Für die Verfilmung des Bestsellers "Jeder stirbt für sich allein" werden Mitte Mai Oscarpreisträgerin Emma Thompson und Brendan Gleeson für vier Tage zu Gast in Remscheid sein. Von Philipp Jacobs

Vor einigen Wochen erreichte Forstamtsleiter Markus Wolff eine ungewöhnliche Anfrage. Am Telefon meldete sich ein Mann, der sich als "Locationscout" vorstellte. Er suche für die deutsch-französisch-britische Filmproduktion "Jeder stirbt für sich allein" einige Drehorte. Interessant seien ein Waldstück mit vielen Birken und ein altes Fabrikgelände. "Ich habe ihm einige Orte gezeigt", sagt Wolff. Genaueres über den Film wusste er da noch nicht.

Mittlerweile ist die Sache konkreter - und es ist wahrlich eine kleine Sensation für Remscheid: Denn Mitte oder Ende Mai werden für vier Tage die Hollywood-Stars und Protagonisten des Films Emma Thompson ("Wiedersehen in Howards End") und Brendan Gleeson ("Brügge sehen... und sterben?") in Remscheid erwartet. Zum genauen Drehort in der Stadt hält sich die Berliner Produktionsfirma X-Filme noch zurück. Doch im Gespräch ist unter anderem die ehemalige Feilenfabrik Ehlis. Neben Thompson und Gleeson wird zudem Daniel Brühl eine wichtige Nebenrolle spielen. Brühl wird allerdings nicht in Remscheid drehen.

Die ebenfalls in Berlin ansässige Agentur Filmgesichter sucht bereits 400 Komparsen, die als Statisten in "Jeder stirbt für sich allein" auftreten sollen. Alle Bewerber dürften keine gefärbten oder gesträhnten Haare haben. Mit Solarium-Bräune, künstlichen Fingernägel, Piercings oder sichtbaren Tattoos hat man ebenfalls keine Chance. Gerne eingesetzt würden der Agentur zufolge "gelebte" Gesichter, also vorzugsweise ältere Menschen. Vermutlich für Rollen als Fabrikarbeiter.

Grundlage für den Film "Jeder stirbt für sich allein" ist der gleichnamige auf wahren Begebenheiten basierende Bestseller von Hans Fallada. Zum Inhalt: Berlin feiert 1940 den Sieg über Frankreich, doch die meisten Bewohner der Stadt sind paralysiert. Sieben Jahre Leben unter dem Nazi-Regime haben Spuren hinterlassen, haben bei den meisten Menschen das Schlechteste zum Vorschein gebracht. Der sinnlose Tod ihres einzigen Sohnes an der Westfront bringt das Berliner Arbeiter-Ehepaar Otto und Anna Quangel (Brendan Gleeson und Emma Thompson) dazu, gegen das totalitäre Nazi-Regime zu kämpfen. Auf Postkarten, die sie in Treppenhäusern, Fabrikhallen und Bahnstationen ablegen, rufen die Quangels zum Widerstand auf. Aber Gestapo-Kommissar Escherich (Daniel Brühl) ist ihnen rasch auf den Fersen. Der scheinbar aussichtslose Kampf gegen das Böse lässt Otto und Anna nach Jahren der Einsamkeit wieder zueinander finden und wird nicht nur deshalb am Ende nicht umsonst gewesen sein.

Gedreht wird der Film in erster Linie in Berlin und Görlitz. Doch für 15 Drehtage versammeln sich die Filmstars auch in NRW. Neben Remscheid sind Köln, Bochum, und Duisburg Schauplatz. Ein Datum für den Kinostart gibt es noch nicht.

Quelle: RP
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