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Remscheid
"Die Jugend kann die Stadt verändern"

Remscheid: "Die Jugend kann die Stadt verändern"
Sirin Seydo auf der Alleestraße. Bald zieht sie zum Studium nach Bielefeld. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Die aus Syrien stammende Sirin Seydo verlässt Remscheid. Ihr Herzens-Projekt für Flüchtlingskinder soll weitergehen. Von Cristina Segovia-Buendía

Sirin Seydo verlässt den Jugendrat. Da sie nach ihrem Abitur im Sommer nun für ihr Lehramtsstudium nach Bielefeld zieht, tritt die 19-Jährige nur sechs Monate vor Ende der offiziellen Amtszeit, zurück. Für sie rückt Kirill Sosna (18) nach.

Doch nur schweren Herzens trennt sie die junge Frau von ihrer Aufgabe. Eineinhalb Jahre lang hat sie engagiert im Jugendrat mitgearbeitet. In diesen Tagen hat für sie mit dem Studium eine neue Etappe begonnen. Sie möchte Grundschullehrerin werden, dafür zieht sie nach Bielefeld, wo sie einen Studienplatz an der Universität bekommen hat. Sie freut sich zwar, etwas Neues anzufangen, "aber es fällt mir auch schwer die Stadt, meine Familie, Freunde und den Jugendrat zu verlassen."

Dem Jugendrat wäre sie gerne bis zum Ende ihrer Amtszeit treu geblieben. "Ich hätte die Projektgruppe gerne in mein neues Leben mitgenommen, aber aufgrund der Entfernung geht es leider nicht."

Die Zeit im Jugendrat habe ihr viel gebracht, erzählt die 19-Jährige. "Unbewusst habe ich sehr viel von der Arbeit im Jugendrat gelernt. Ich bin selbstbewusster geworden und glaube jetzt daran, dass man auch als Jugendlicher, etwas in der Stadt verändern und bewirken kann, wenn man sich engagiert."

Ihr absolutes Erfolgsprojekt ist ohne Zweifel die Entwicklung und Durchführung der Spielenachmittage für Flüchtlinge. Nicht zuletzt auch aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen - Seydo floh selbst als Zweijährige mit ihrer Familie aus Syrien - war ihr dieses Projekt ein ganz besonderes Anliegen.

In der Asyl-AG hat sie sich mit ihren Kollegen daher auch darum bemüht, Spendengelder für die langfristige Finanzierung des Projekts zu sammeln. Das Angebot findet jeden Montag statt, erfolgreich. Meistens hat Seydo selbst, mit Mitarbeitern der Jugendhilfe, die Kinder im Heim an der Wülfingstraße abgeholt und sie zur Lenneper Funbox begleitet.

Wie viel Spaß die Kinder hatten und wie gut das von allen Seiten angenommen wurde, "das sind schöne Erinnerungen", sagt Sirin Seydo. Bei ihren Kollegen im Jugendrat hat sie dafür geworben, dieses Projekt unbedingt weiterzuführen. "Ich werde bestimmt auch im nächsten Jugendrat für dieses Projekt werben und hoffe, dass auch er es zum Wohle dieser Kinder weiterführt.

Quelle: RP
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