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Remscheid
Die Parteifarbe löst nicht alle Knoten

Remscheid: Die Parteifarbe löst nicht alle Knoten
Neue Gesprächspartner auf den OB-Stühlen der Nachbarstädte für Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz (rechts): Andreas Mucke (links) gewann die Wahl in Wuppertal, Tim Kurzbach in Solingen. Nun werden alle drei bergischen Städte von SPD-Politikern regiert. FOTO: dpa, Kempner, Moll
Remscheid. OB Mast-Weisz setzt auf respektvolles Teamwork mit den neuen SPD-Stadtoberhäuptern in Solingen und Wuppertal. Von Henning Röser

Gleich drei Glückwunsch-SMS an Parteifreunde konnte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Sonntagabend verschicken. Mit Tim Kurzbach (Solingen), Andreas Mucke (Wuppertal) und Rainer Bleek (Wermelskirchen) siegten drei bergische SPD-Herausforderer in der Stichwahl gegen ihre CDU-Mitbewerber.

Dass auf gemeinsamer "roter" Ebene nun eine neue Ära der Zusammenarbeit beginnt, will der OB allerdings nicht gleich vollmundig versprechen. "Das Parteibuch löst nicht sofort alle Knoten." Alle Kandidaten seien zunächst einmal den Interessen ihrer Kommune verpflichtet und den Vorgaben ihres Rates. Das lasse sich nicht immer in Übereinstimmung bringen, wie die Vergangenheit gezeigt habe.

Neue Gesprächspartner auf den OB-Stühlen der Nachbarstädte für Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz (rechts): Andreas Mucke (links) gewann die Wahl in Wuppertal, Tim Kurzbach in Solingen. Nun werden alle drei bergischen Städte von SPD-Politikern regiert. FOTO: dpa, Kempner, Moll

Gleichwohl hofft Mast-Weisz, dass sich in der Zusammenarbeit Fortschritte ergeben. In einem langen Telefonat mit Andreas Mucke, den der Wuppertaler Mast-Weisz seit Jahrzehnten kennt, hat er den Wahlsieger vom Sonntag schon vor dem Wahltermin gebeten, als möglicher OB für eine "Zusammenarbeit mit Respekt und Rücksichtnahme" einzutreten. Wuppertal solle die bergischen Partner Remscheid und Solingen gleichwertig behandeln. Das sei in der Vergangenheit nicht immer so gewesen, erinnert Mast-Weisz an das Ausscheiden der Wuppertaler aus den Überlegungen zu einem gemeinsamen Bergischen Orchester. Auch in der jüngsten DOC-Diskussion habe sich Wuppertal nicht unbedingt an Absprachen gehalten.

Diese Erfahrung machte Mast-Weisz nun auch mit Solingen. In der vergangenen Woche informierte ihn der scheidende Oberbürgermeister Norbert Veith (CDU), dass in den Solinger Clemens-Galerien ein Outlet-Kaufhaus entstehen soll. Damit sei die Absprache, dass die Städte sich bei ihren drei Großprojekten DOC (Remscheid), Hofgarten (Solingen) und Ikea (Wuppertal) nicht in die Quere kommen, erledigt.

Schon bald will Mast-Weisz mit Kurzbach, dem er bewundernd einen "Marathon-Wahlkampf" attestiert, und Mucke zusammenkommen, um über Perspektiven für die bergische Zusammenabeit zu sprechen.

Bergische Zusammenarbeit bedeutet für den OB aber auch den Blick in den rheinisch-bergischen Kreis, der auch nahe an Remscheid liege. "Wir haben eine gute Beziehung zu Wermelskirchen, die wir noch verbessern wollen".

Respekt zollte Mast-Weisz gestern dem am Sonntag nach elf Jahren Amtszeit abgewählten Wuppertaler OB Peter Jung (CDU). In vielen Bereichen habe er mit ihm gut und verlässlich zusammengearbeitet. Als Beispiel nannte Mast-Weisz Jungs Engagement im Aktionsbündnis "Für die Würde unserer Städte", das die Bundespolitiker auf die schlechte Finanzsituation vieler NRW-Kommunen hinweist.

Quelle: RP
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