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Remscheid
Die Reihe "Tonleiter" mischt Tanz, Musik, Film und Poesie

Remscheid. Im Februar findet das 25. Konzert der Reihe Klassische Musik der Gegenwart im Skulpturenpark statt. Sie wurde 2009 von Tony Cragg und Gerald Hacke ins Leben gerufen. Von Gisela Schmockel

Ein kleines Jubiläum kann am 27. und 28. Februar die Konzertreihe "Tonleiter" feiern. Dann wird in der beliebten Konzertreihe im Skulpturenpark das 25. Konzert aufgeführt. 2009 gründeten Tony Cragg und der Wuppertaler Klarinettist Gerald Hacke die Reihe zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Jubiläumskonzert "inszeniert" wie schon einmal vor drei Jahren der Tänzer Eddie Martinez, Mitglied des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, der gemeinsam mit dem Wuppertaler Schauspieler Uwe Dreysel die Musikerinnen und Musiker "in Bewegung" bringt. Das Konzert soll ein tänzerisches Ereignis werden. "Silent music of the body" ist das Motto dieses Abschlusskonzerts in der neuen "Tonleiter", in der Michael Nymans Streichquartett Nr. 5 "Let's not make a song and dance out of this" die Waage zwischen Lied und Tanz hält. Nyman bezeichnet diesen Tanz als "gefährlich".

Experimentierfreude ist ein Rezept, das Publikum und auch die Musiker selbst immer wieder "zum Staunen über das Fremde und Geheimnisvolle anregt". So freut sich Gerald Hacke über die vielfältigen Bezüge zwischen Film, Literatur und Musik, die diese Konzerte sichtbar und hörbar machen. "Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben" ist der poetische Titel des ersten Konzerts am 16. Januar. So heißt auch ein berühmter Stummfilm von Joris Ivens aus dem Jahr 1929. Er gilt als wichtigster niederländischer Beitrag der europäischen Filmavantgarde der 20er Jahre. Hans Eisler schrieb 1941 zu ihm eine Musik. Spezialist für die Aufführung historischer Filmmusiken ist Marc-Andreas Schlingensiepen, der die Musik von Eisler dirigieren wird.

Die Musiker der "Tonleiter"-Reihe, Mitglieder des Wuppertaler Sinfonieorchesters und der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertaler, spielen Regenmusiken von Luciano Berio, Débussy, Ligeti und Takemitsu und das 2012 komponierte Stück "Snow and Snow" der 1981 geborenen britischen Komponistin Helen Grime für Klarinette, Bratsche und Klavier.

Das zweite Konzert erklingt am 6. Februar und hat als Gast die Wuppertaler Sopranistin Dorothea Brandt. "Strings in the earth and air make music sweet" ist der Titel, zugleich die erste Gedichtzeile aus einem Liebesgedicht von James Joyce, das Luciano Berio 1953 für Gesang, Klarinette, Cello und Harfe vertonte. Arnold Schönbergs Kammersymphonie aus den Jahren 1906 und 1927 führt an die Schwelle zur 12-Ton-Musik, Hanns Eislers Palmström-Quintett gibt den satirischen Gedichten von Christian Morgenstern einen oft sarkastischen Ton.

Quelle: RP
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