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Remscheid
Die richtige Energie zur richtigen Zeit

Remscheid. Die Stadt betreibt aktuell 21 thermische Solaranlagen, vier Luftkollektoren und 15 Photovoltaikanlagen. In 30 Jahren konnte der Energieverbrauch um 60 Prozent gesenkt werden. Von Stefanie Bona

Seit der zweiten Ölkrise im Jahr 1979 arbeitet die Remscheider Stadtverwaltung daran, ihre Energiebilanz zu verbessern. Erst geschah das recht rigoros. "Damals drehte man einfach die Heizungen runter", berichtet Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. In den Folgejahren wurden die Maßnahmen jedoch immer durchdachter und die technischen Möglichkeiten zum Energiesparen komplexer und effizienter.

Laut dem aktuellen Energiebericht, den die Verwaltung jetzt vorstellte, wurden der Stromverbrauch in städtischen Gebäuden seit 1980 trotz steigender Fläche und stark zunehmender Nutzung der neuen Medien um 30 Prozent gesenkt. Im selben Zeitraum konnten die CO2-Emissionen um 60 Prozent reduziert werden und auch bei der Heizenergie wurde kräftig gespart. Diese Entwicklung basiere auf einem Energiemanagement, das von der Stadt seit 30 Jahren professionell betrieben werde, ist Judt überzeugt. Maßnahmen wie der Einsatz neuester LED-Technik bei der Beleuchtung, der Austausch von alten Heizungen gegen die Anlagen der neuesten Generation, aber auch Motivationsprogramme zum Energiesparen an Schulen und Kindertagesstätten zeigten nachhaltige Wirkung.

Ein gewichtiger Faktor sei zudem die beim Gebäudemanagement angesiedelte zentrale Leittechnik für alle energierelevanten Gebäude, erläuterte Mitarbeiterin Carolin Künz. Von dort könnten die verschiedenen Haustechnikanlagen angesteuert werden. "Damit stellen wir sicher, dass wir die richtige Energie zur richtigen Zeit in den betreffenden Bauten brauchen", ergänzte Judt. So könnten etwa in Schulen die Ferien und Wochenenden berücksichtigt werden. Mit neuester Gebäudeautomation wird die neue Dreifachsporthalle am Röntgen-Gymnasium ausgestattet. Dort wird es eine Zugangskontrolle über einen elektronischen Schlüssel geben. Das bedeutet, bei Schul- und Trainingsbetrieb wird mehr Beleuchtung aktiviert als zum Beispiel beim Reinigungsdienst. Insgesamt betreibt die Stadt Remscheid 342 Gebäude.

Sukzessive wird hier saniert, dazu versucht man stets, Mittel aus Förderprogrammen zu akquirieren. Weil das Gebäudemanagement einen sehr genauen Überblick über notwendige oder wünschenswerte Maßnahmen hat, könne man sehr schnell reagieren, wenn neue Programme aufgelegt werden. Priorität haben dabei die Gebäude mit hohem Einsparpotenzial. Dazu trägt auch das Klimaschutz-Teilkonzept bei, das jetzt mit externer Beratung und nach einem standardisierten Konzept aufgestellt wurde. Hierbei wurde gezielt danach geschaut, welche der 97 städtischen Liegenschaften einen hohen Energieverbrauch aufweisen, und wo sich eine energetische Optimierung besonders anbietet. Auf alternative, ressourcensparende Energiegewinnung wird bereits heute gesetzt, betreibt die Stadt doch immerhin aktuell 21 thermische Solaranlagen, vier Luftkollektoren und 15 Photovoltaikanlagen.

Quelle: RP
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