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Remscheid
Die Rosendamen vom Hardtpark

Remscheid. Die Lenneper nennen sie liebevoll "Die Rosendamen". Ein freundlicher Spitzname, der allerdings hart erarbeitet ist. Denn während andere auf den Parkbänken sitzen und die wärmende Frühlingssonne genießen, machen sie sich an den Beeten des Hardtparks und der Hardtanlage an der Wupperstraße zu schaffen. Gerda Rosner, Annelie Winterschlader und Karin Timm sammeln Unrat ein, harken, jäten und zupfen Unkraut. Von Alexandra Kemp

"Wir kommen kaum nach"

Gerda Rosner hält den Rekord. Seit 16 Jahren pflegt sie bereits die Rosenbeete in der Hardtanlage, so lange wie keine andere. An die Anfänge kann sie sich noch gut erinnern. Im März 1994 habe die Stadt Remscheid die Anlage eröffnet und Bürger dazu aufgerufen, sich an der Pflege des Grüns ehrenamtlich zu beteiligen. Diesen Aufruf nahm sie sich zu Herzen und begann noch im Juli desselben Jahres mit der Pflege. Auch jetzt noch kommt sie "fast jeden Tag" in die Anlage und schaut nach dem Rechten.

Und es gibt immer viel zu tun. "Die Leute lassen alles einfach fallen", sagt Rosner. Kaugummi-Papierchen, Getränkedosen, Bierflaschen und Kronkorken sammeln sie und Annelie Winterschlader, die seit einem Jahr mithilft, regelmäßig ein. Manchmal spreche sie auch Passanten an, ob sie nicht mithelfen wollen, erzählt Winterschlader. Doch die meisten würden ablehnen, weil sie den Dreck ja auch nicht verursacht hätten. "Andere sagen, sie haben selbst einen Garten, um den sie sich kümmern müssen", sagt sie und runzelt die Stirn. "Meiner Meinung nach ist das oft eine Ausrede."

Die Arbeit der Rosendamen macht sich bemerkbar. Die Hardtanlage ist stets tipptopp gepflegt, eine grüne Oase inmitten von Lennep. Wenn die vielen Tulpen und Krokusse und später die Rosen blühen, sind die Beete ein wunderschöner Anblick. "Aber es gibt hier so unglaublich viel zu tun", sagt Rosner. "Wir kommen kaum nach."

Freuen würden sich die drei 61, 65 und 78 Jahre alten Frauen daher noch über Verstärkung. Alle 14 Tage ein Beet pflegen, das sei doch gar nicht so aufwändig, sagt Rosner. Und Winterschlader bedauert, "dass die Leute kein Interesse daran haben".

Auch in Zukunft wollen die drei Rosendamen dafür sorgen, dass sich die Lenneper in ihren Parks wohlfühlen. Selbst Gerda Rosner, die älteste im Bunde, will sich noch nicht ganz von ihrem ehrenamtlichen Engagement zurückziehen, auch wenn sie manchmal bereits an ihre körperlichen Grenzen stößt. Einen Wunsch hat sie allerdings: "Wenn die Leute schon nicht mithelfen wollen, dann wäre es schön, wenn sie ihren Müll wenigstens in die Mülleimer stecken", sagt sie.

Quelle: RP
 
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