| 00.00 Uhr

Remscheid
Die Stimme der Selbsthilfegruppen

Remscheid. Am Samstag feiert der Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfegruppen Jubiläum. Von Cristina Segovia-Buendía

Der Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfegruppen feiert Geburtstag: Zum 35-jährigen Bestehen lädt Vorsitzender Karl-Heinz Bobring, Mitglieder, Ehemalige und langjährige Wegbegleiter für Samstag, 18. Juni, für ein kleines Fest in den Neuen Lindenhof ein.

Als sich die Welt noch nicht per Mausklick vernetzen ließ, gründete sich im April 1981 im Remscheider Rathaus der "Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen", kurz "FPBS". Ihr Ziel: Als Dachverband der Selbsthilfe in der Stadt, die Eigeninitiative von Betroffenen in Selbsthilfegruppen zu unterstützen, fachlich durch Schulungen, finanziell durch Spendengelder. Angeführt vom damaligen Sozialdezernenten und späteren Stadtdirektor Karl-Manfred Halbach, verliehen die Gründungsmitglieder des Vereins, Sprecher verschiedenen Institutionen und Selbsthilfegruppen, der Remscheider Selbsthilfe ein Gesicht und eine Stimme in der Gesellschaft - damals revolutionär. Selbsthilfegruppen seien nach wie vor wichtig, findet Bobring. Im Internet könnten Betroffene zwar viele Informationen erhalten und sich sogar in Foren austauschen. "Wirklich trösten kann allerdings nur der persönliche Kontakt zwischen Betroffenen", sagt der pensionierte Diplom-Psychologe.

Das Aufgabenfeld des Vereins habe sich gewandelt: Die Koordination der Selbsthilfegruppen, Schulungen und Beratung, um die sich der Verein ursprünglich kümmerte, hat nun eine eigens dafür gegründete Selbsthilfegruppen-AG übernommen. Der Förderkreis verfolgt nun schwerpunktmäßig repräsentative Aufgaben. "Wir sind weiterhin für die Vernetzung zuständig, sitzen als Vertreter des Förderkreises in verschiedenen Beiräten und Konferenzen", erklärt der 65-Jährige.

In seiner Funktion als langjähriger Vorsitzender des Behindertenbeirates übernahm Bobring vor zwölf Jahren die Führung des Förderkreises. Durch seine fast 33-jährige Tätigkeit als psychologischer Therapeut im Haus Remscheid, ein Therapiezentrum für Suchterkrankte von Alkohol und Medikamenten, bildete Bobring bislang auch ein wertvolles Bindeglied zwischen den Institutionen. Durch sein Engagement vernetzt sich der Hückeswagener auch weiterhin über die Stadtgrenzen hinaus, wovon der Förderkreis profitiert. "Für die Zukunft des Vereins würde ich mir wünschen, dass die Bedeutung der Selbsthilfe erkannt wird und nicht verloren geht. Es ist wichtig, dass der Betroffene für sich selbst etwas tut und sich nicht von schweren Lebenslagen unterkriegen lässt, sondern gemeinsam mit anderen Betroffenen daraus Kraft schöpft. Das", so der Fachmann, "stärke auch das Selbstwertgefühl."

Jubiläumsfest: Sa. 18. Juni, 11 bis 15 Uhr, neuer Lindenhof Honsberger Straße 38.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Die Stimme der Selbsthilfegruppen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.