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Remscheid
Diskussion um Zukunft des Orchesters

Remscheid: Diskussion um Zukunft des Orchesters
Die Bergischen Symphoniker und GMD Peter Kuhn 2011 vor dem damaligen Proberaum. FOTO: Bergische Symphoniker
Remscheid. Reaktionen auf die Überlegungen einer großen bergischen Lösung für die Kultur. OBs betonen Kooperationsgedanken. Von Christian Peiseler und Henning Röser

Die Überlegungen zu einem gemeinsamen "Bergischen Kulturraum", wie die Vorlage für die gestrige Besprechung der drei SPD-Oberbürgermeister aus Remscheid, Solingen und Wuppertal überschrieben ist, stößt auf unterschiedliche Reaktionen. "Eine Stadt, die ihre Kulturinstitute aufgibt, stirbt", sagt Reinhard Jammers, Vorsitzender des Vereins Pro Arte. Der Verein unterstützt ehrenamtlich die Arbeit des Teo Otto Theaters und die Remscheider Kulturszene.

Den ersten Überlegungen zufolge wird es die Bergischen Symphoniker im Jahre 2029 - also in 13 Jahren - nicht mehr geben, sie werden mit den Wuppertaler Symphonikern zu einem A-Orchester verschmolzen sein. Auch das Teo Otto Theater soll seine Eigenständigkeit verlieren und in einer bergischen Theater- und Orchester GmbH mit Solingen und Wuppertal integriert werden. Jammers sieht in diesen Plänen zu Kooperationen auf verschiedenen Ebenen nur einen Gewinner und zwei Verlieren. "Der Gewinner ist Wuppertal, Remscheid und Solingen sind die Verlierern", sagt Jammers. Er glaubt, dass das Teo Otto Theater nur noch als eine Filiale der Wuppertaler existieren wird und sich nicht mehr mit einem eigenständigen Spielplan abheben kann.

Anders wertet Generalmusikdirektor Peter Kuhn die Überlegungen. "Ich finde es zunächst einmal gut, wenn man sich langfristig Gedanken über die Zukunft macht", sagt Kuhn. Es gehe bei den Überlegungen nicht um einen Kahlschlag. Die Veranstalter an einen Tisch zu holen und zu prüfen, wo Synergien vorhanden sind, sei nicht verkehrt. "Diesen Prozess muss man abwartend unterstützen", sagt Kuhn. Die Aufgabe von Harald Lux, Vorsitzender der Freunde und Förderer der Bergischen Symphoniker in Remscheid, ist es, Sponsoren zu finden, die das auf finanziell wackeligen Füßen stehende Orchester unterstützen. "Unsere Bestreben ist es immer gewesen, das Orchester zu erhalten. Unsere Aufgabe wird jetzt immer schwerer", sagt Lux. "Wir als Solinger Orchesterfreunde glauben, dass ein großes A-Orchester nicht so leistungsfähig ist wie ein A- und ein B-Orchester", sagt Reiner Daams.

Für Jens Nettekoven, CDU-Fraktionsvorsitzender, wäre es nicht schlimm, wenn die Bergischen Symphoniker mit den Wuppertaler langfristig zu einem A-Orchester verschmelzen. Es sei aber wichtig, endlich mal verlässliche Zahlen über die Finanzsituation der Symphoniker zu bekommen. "Ich will wissen, ob das ein Fass ohne Boden ist oder nicht", sagt Nettekoven. Die Selbstständigkeit des Teo Otto Theaters möchte er erhalten wissen. "Wir wollen keine Niederlassung von Wuppertal werden", sagt Nettekoven. Für Sven Wolf, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat, ist weniger die Zukunft als die Gegenwart des Orchesters ein Problem. "Wir müssen zuerst einmal sehen, wie wir im aktuellen Haushalt die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden und das Orchester über den Berg bringen", sagt Sven Wolf.

Bei einem gemeinsamen Termin der drei Oberbürgermeister in Wuppertal stellte Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz gestern heraus, dass Remscheid keine Beitrittsverhandlungen führen werde. Sein Solinger Kollege Tim Kurzbach betonte die Eigenständigkeit: Es gehe um eine "Kooperation" gleichberechtigter Partner. Wuppertals OB Andreas Mucke sagte, dass Handlungsdruck in Wuppertal bestehe. Zwar habe das dortige Orchester noch Rücklagen, die aber gingen in den nächsten Jahren zur Neige. Wichtig sei, dass die Stadt weiterhin ein A-Orchester habe. Die Städte müssten ein gutes Kulturangebot machen können.

Quelle: RP
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