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Remscheid
DOC-Akte wächst auf 10.500 Seiten

Remscheid. Amerikanische Star-Architekten überarbeiten Entwürfe zusammen mit deutschem Büro für den Bauantrag. Von Henning Röser

Nicht nur die Anwälte der gerade nicht sehr kooperativ gestimmten Nachbarstadt Wuppertal beschäftigen sich gerade intensiv mit den Remscheider DOC-Plänen. Wie Stadtplaner Robin Denstorff im Stadtentwicklungsausschuss berichtete, ist ein Düsseldorfer Architekturbüro gerade dabei, die Gestaltungsentwürfe des amerikanischen Büros Picard / Chilton in eine Form zu überführen, die den Ansprüchen an ein formelles deutsches Bebauungsplanverfahren genügen. Darin eingearbeitet sind auch die Ergebnisse aus der Planungswerkstatt, die im April mit zahlreichen Beteiligten aus der Bürgerschaft stattfand. Gleichzeitig beantwortet die Stadt zusammen mit ihren Gutachtern die Stellungnahmen und Einwände die in der letzten Runde der Bürgerbeteiligung eingegangen sind.

Die Akte DOC wächst derweil immer mehr an. Bevor der Rat im Herbst den Satzungsbeschluss zum Bau des Outlet-Centers fassen kann, erhalten die Politiker einen wahren Aktenberg zum Studium. 10.500 Seiten mit diversen Gutachten, Bauplänen, Zeichnungen und Stellungnahmen sind zusammengekommen.

Vieles davon ist bekannt. Doch das deutsche Baurecht verlangt, dass der Rat vor seiner finalen, mit enormer Tragweite versehenen Entscheidung noch einmal das komplette DOC-Paket zur Kenntnis bekommt. Früher hätte dieser Aktenumfang für den Bau einer Autobahn gereicht, sagte Denstorff.

Das bereitet nicht nur die Stadt logistische Probleme. "Wir wissen nicht, wie wir das verschicken sollen", sagte Michael Müller vom Amt für Ratsangelegenheiten. Rosemarie Stippekohl (CDU) drückte ihre Sorge aus, das schwere DOC-Paket selber von der Post abholen zu müssen, falls der Paketbote eintreffen sollte, während sie bei der Arbeit ist. Ein elektronischer Versand als PDF-Datei sei nicht erlaubt, sagte Denstorff auf Nachfrage.

Am Dienstag, 14. Juni, wird das DOC und seine Folgen ganz anschaulich Thema. Im Forum Hackenberg stellt die Stadt die Pläne für die neue Sportanlage am Hackenberg vor, die als Ersatz für das Röntgenstadion entstehen soll. Zuvor tagt ab 17 Uhr im selben Gebäudekomplex der Sportausschuss. In der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 16. Juni, wird die Stadt einen aktualisierten DOC-Zeitplan präsentieren.

Bürgerinfoveranstaltung , 14. Juni, 18.30 Uhr, Forum des Schulzentrums Hackenberg Hackenberger Straße 105 a.

Quelle: RP
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