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Remscheid
DOC-Informationen kommen nicht an

Remscheid: DOC-Informationen kommen nicht an
Planungsstudie zu einem seitlichen Eingang am Lenneper DOC. FOTO: McArthurGlen
Remscheid. Janet Drobek aus Lennep hat für ihre Master-Arbeit über das DOC hunderte Bürger interviewt. Eine Erkenntnis: Die Informationen der Stadt erreichen die Remscheider oft nicht. Von Henning Röser

Die Remscheider fühlen sich von der Stadtverwaltung nicht ausreichend informiert über das geplante Designer Outlet-Center (DOC) in Lennep sowie die damit zusammenhängenden Verlagerungen und Baustellen. Das ist eine der Erkenntnisse, die Janet Drobek in den vergangenen Monaten gewonnen hat.

Nicht etwa nur in Gesprächen mit Freunden oder Nachbarn ist diese Einsicht gewachsen. Die 23-jährige Lenneperin hat mehr als 600 Remscheider gleich mit einem ganzen Fragenkatalog zum DOC-Projekt konfrontiert. Teilweise online über das Internet, teilweise in direktem Gespräch auf der Straße wurden die Antworten von ihr eingeholt. Mit dem Tablett-Computer in der Hand war sie unter anderem auf der Alleestraße unterwegs.

Es geht in der Befragung darum, was die Remscheider für sich persönlich vom DOC in Lennep erwarten. Ob sie glauben, dass sich ihr Leben dadurch verbessern oder verschlechtern wird. Welche Auswirkungen das DOC auf den örtlichen Handel und auf den Arbeitsmarkt haben wird.

Die Interviews sind Teil der Abschlussarbeit, mit der Janet Drobek an der Universität Breda in den Niederlanden ihren Masterabschluss im Bereich Tourists Destination Management machen will. Zuvor hat sie an der Uni Köln bereits ihren Bachelor in diesem Studienfach gemacht. Es geht in diesem Beruf unter anderem darum, die Bedürfnisse von Besuchern eines Reiseziels mit den Zielen der ansässigen touristischen Dienstleister zusammen zubringen.

Neben der Bürger-Umfrage hat Janet Drobek auch noch acht Experten-Interviews geführt. Das Remscheider Stadtmarketing stand dabei ebenso auf ihrer Liste ihrer Gesprächspartner wie die das DOC ablehnende Bürgerinitiative Lennep oder Henning Balzer, Entwicklungsdirektor des DOC-Investors McArthur Glen. In ihrer Arbeit, die bis Ende des Monats fertig sein soll, wird sie die Ergebnisse der Remscheider Untersuchung in Bezug stellen zu bereits bestehenden DOC-Standorten wie Roermond.

Die Stadt verfüge durchaus über viele und gute Informationen. "Aber sie kämen bei den Bürgern zum Teil nicht an", sagt Janet Drobek. So wussten etwa viele der Befragten nichts von der Projekt-Zeitung der Stadt. Dass die Stadt diese Broschüre nicht in den einzelnen Haushalten verteilt habe, sondern an öffentlichen Stellen ausgelegt habe, sieht sie als einen Grund dafür an, warum die Projektbroschüre nicht die erhoffte Wirkung erzielt hat. Sie selber kannte sie vor dem Besuch im Rathaus auch nicht.

Ein weiteres Beispiel hat sie persönlich erlebt. Der Zettel, mit dem die TBR die Anlieger über die Baustelle auf der Ringstraße informierten, lag erst zwei Tagen nach Baustart im Briefkasten. Da sei der erste Ärger entstanden. Die junge Lenneperin sieht aber auch Versäumnisse bei den Remscheidern selber, gerade den jüngeren. Sie würden vorhandene Informationsquellen wie die Tageszeitungen nicht nutzen.

Quelle: RP
 
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