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Remscheid
DOC-Kritiker: Luftbilder manipuliert

Remscheid: DOC-Kritiker: Luftbilder manipuliert
FOTO: Archiv/ Jumo
Remscheid. BV Lennep stimmt für Fortgang des Verfahrens / Unmut über Fotomontagen / Stadtplaner: "Künstlerische Bilder" Von Stefanie Bona

Mit den Gegenstimmen von Roland Kirchner (W.i.R.) und Rolf Haumann (Grüne) und einer Enthaltung von Luigi Valitutto (Linke) votierte die Bezirksvertretung (BV) Lennep für die Änderung des Flächennutzungsplans und den Fortgang des Verfahrens zur Errichtung des DOCs. Bei den Gegnern des Projekts kann die Sitzung am Mittwochabend allerdings nicht als vertrauensbildende Maßnahme verbucht werden. Markus Eschweiler von der Bürgerinitiative Lennep konnte nachweisen, dass in den jüngst präsentierten Luftbildaufnahmen des Planungsbüros Pickard Chilton "Manipulationen" auszumachen sind.

"Das Jugendzentrum ist doppelt eingefügt, und Grünflächen sind ebenso verdoppelt worden", sagte er. Dies seien "architektonisch künstlerische Bilder", entgegnete Stadtplaner Robin Denstorff und ergänzte: "Bei Fotomontagen müssen sie sehen, dass Sie etwas integrieren." Für dieses, für Lennep einschneidende Projekt sollte eine realistische Darstellung eigentlich selbstverständlich sein, argumentierte hingegen Eschweiler "Über diese Aussage bin ich erschrocken. Wenn ich künstlerische Freiheit sehen möchte, gehe ich ins Museum." Ebenso war ihm aufgefallen, dass alle Seitenansichten des DOC präsentiert wurden, nur die Ansicht der Spielberggasse fehle - "und damit der Bereich der Hauptanlieferung für das Center." Von der Politik gab es auf die Kritik keine Antwort. So ließ der Vorwurf der Kritiker nicht auf sich warten: "Sie tragen Verantwortung für Ihre Entscheidung. Dann machen Sie wenigstens vernünftig Ihre Arbeit. Die Fragen, die heute Abend gestellt wurden, hätten Sie stellen müssen", sagte Peter Lange, ebenso Mitglied der Bürgerinitiative. Zuvor hatte er festgestellt, dass das Outlet Center in Ochtrup in jedem Jahr 2,5 Millionen Besucher empfängt, obwohl es in etwa halb so groß ist, wie das geplante DOC in Lennep, wo man diese Anzahl von Shoppingtouristen erwartet. Ob es nicht "fahrlässig" sei, die Erfahrungen bestehender Outlets außer Acht zu lassen, fragte Lange.

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Bezirksbürgermeister Markus Kötter bezog sich in seiner Stellungnahme auf die vorliegenden Expertengutachten, die er als "valide Grundlage" für die Berechnung bezeichnete. Roland Kirchner und Rolf Haumann begründeten ihr "Nein" zum jetzigen Zeitpunkt mit der Reihe von unbeantworteten Fragen. Noch immer sei nicht geklärt, wo die Brauchtumsfeste künftig stattfinden sollten. Und beide zeigten sich skeptisch, ob der Bebauungsplan für die Verlegung der Sportanlagen zum Hackenberg rechtzeitig aufgestellt sei, um nahtlos mit dem DOC-Baubeginn für die wegfallenden Flächen Ersatz zu schaffen.

Wesentliche Bausteine zur Durchführung des verbindlichen Verfahrens gebe es schon, erläuterte Robin Denstorff. Im Übrigen müsse man am Hackenberg nicht bei Null anfangen. "Dort gibt es bereits eine Sportanlage, die weiterentwickelt werden muss." Dass Markus Kötter die Sitzung für Bürgerfragen erst an den entsprechenden Tagesordnungspunkten unterbrach, kam bei einem Teil der knapp 50 Zuhörer nicht gut an. Verärgert verließ knapp die Hälfte den Saal.

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Quelle: RP
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