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Remscheid
Drei Konzerte, drei Klangfarben, dreimal Brillanz

Remscheid. Nicht gekleckert, sondern wahrlich geklotzt worden ist beim Konzert mit Preisträgern des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" am Freitagabend im - mit etwa 100 Zuhörern leider nur dürftig besuchten - Teo Otto Theater. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das sagte auch Moderatorin Astrid Kordak, die mit launigen Worten durch den Abend führte: "Es ist das absolute Nonplusultra der Nachwuchsmusiker, das da auf der Bühne steht. Besser geht es in der Altersklasse hierzulande nicht." Denn die drei Solisten, Sophia Simeonov an der Klarinette, Theodore Squire an der Querflöte und Luke Pan an der Gitarre, sind allesamt Bundespreisträger bei "Jugend musiziert", teils sogar mehrfach.

Dazu spielten die Bergischen Symphoniker unter der Leitung des Gastdirigenten Vladimir Yaskorski aus Armenien, ebenfalls ein echter Jungstar der hiesigen Klassik-Szene. Die Stimmung auf der Bühne war bestens, überall waren lächelnde Gesichter zu sehen.

Konsequenterweise wurden an diesem phantastischen Abend nicht wie üblich eines oder maximal zwei Solokonzerte gegeben, vielmehr wurden gleich drei große Werke zu Gehör gebracht, die jeweils die ganz individuelle Klasse der drei Jung-Solisten aufzeigten und im Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen führten.

Den Anfang machte Pan, dessen Instrument nicht nur das leiseste war, sondern der mit Mauro Guilianis Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur gleichzeitig das älteste der drei Werke präsentierte. Grandios war es, dem jungen Hildener dabei zuzusehen, wie seine Finger mit der Gitarre eins wurden, er die irrwitzigsten, teils mehrstimmigen Läufe intonierte und dabei so entspannt wirkte, als spielte er gerade "Lady in Black" von Uriah Heep mit seinen gerade einmal zwei Akkorden.

Aber auch die beiden anderen Jung-Solisten waren sowohl Augen- wie Ohrenweide. Da war die Wuppertalerin Sophia Simeonov, die unter anderem zwei erste Preise beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen hat und das Konzert für Klarinette und Orchester des zeitgenössischen Komponisten Hristo Yotsov mit Verve zum Leben erweckte. Das moderne Stück wusste vor allem im rasanten dritten Satz zu begeistern, bei dem von der Solistin eine ganze Menge gefordert wurde.

Im mittleren Teil dieses hochkarätigen Konzertabends standen indes Theodore Squire und seine Querflöte. Der erst 16-jährige Squire ist seit 2012 Jungstudent an der Musikhochschule Lübeck und gab eine wahrhaft furiose Darbietung von Jacques Iberts Konzert für Flöte und Orchester, das Kordak als "dankbares Werk für Flötisten" und als "letztes großes Flöten-Solokonzert" bezeichnete. Vor allem aber war es Spielwiese für den jungen Flötisten, der mit einer Ruhe und Gelassenheit waghalsige Läufe und lange, feine Töne spielte sowie der vertrackten Polyrhythmik des französischen Komponisten locker die Stirn bot. Lediglich im Andante kam die Komposition ein wenig zur Ruhe, ehe sie im furiosen Finale dem Solisten einmal mehr alles abverlangte. Was dieser gab - und völlig zu Recht, genau wie seine jungen Kollegen vor und nach ihm, donnernden Applaus zum Lohn erhielt.

Quelle: RP
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