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Remscheid
DRK will ins Rettungsdienst-Geschäft

Remscheid: DRK will ins Rettungsdienst-Geschäft
Blick in einen Rettungswagen. Drei davon sind in Remscheid derzeit im Einsatz. Alle werden von der Feuerwehr besetzt. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Remscheid. Die Hilfsorganisation möchte künftig hauptamtlich arbeiten. Die Feuerwehr soll dafür einen Rettungswagen abgeben. Von Henning Röser

Seit 40 Jahren unterstützen sie die Feuerwehr im Rettungsdienst mit zwei ehrenamtlich besetzten Rettungswagen. Nun will das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Remscheid in das hauptamtliche Geschäft einsteigen und den Betrieb von einem der bislang drei Rettungswagen in der Stadt übernehmen. Am Dienstagabend stellte Vorstandsmitglied Daniel Dolz im Umweltausschuss Gründe für diesen Kurswechsel vor und bat um Unterstützung.

Hintergrund des Vorstoßes: Aus dem Rettungsassistenten ist im vergangenen Jahr der Notfallsanitäter geworden. Das aufgewertete Berufsbild fordert nun eine dreijährige, deutlich umfangreichere Ausbildung. Für Ehrenamtler ist das kaum zu leisten. Das DRK fürchtet nun, dass der Retternachwuchs ausbleibt. Das habe Auswirkungen auf die Sicherheit der Stadt. Ohne ehrenamtlichen Nachwuchs sei die Unterstützung der Feuerwehr in Notlagen personell nicht mehr leistbar. Bekomme man allerdings den Zuschlag für den Betrieb eines hauptamtlichen Wagens, könne man in die Ausbildung von Notfallsanitätern einsteigen, sagte Dolz.

Er sieht das DRK hier sogar im Vorteil gegenüber der Remscheider Feuerwehr mit ihrem Konzept des "multifunktionalen Feuerwehrmanns". Der müsse neben dem medizischen Notfall auch die Brandbekämpfung und viele andere Dinge beherrschen und sei damit "möglicherweise" überlastet, sagte Dolz. Das DRK könne sich auf die Kernkompetenz konzentrieren. Zudem könne die Stadt Geld sparen, wenn sie auf Hilfe von außen setze, anstatt eigenes Personal einzustellen.

Dass das DRK jetzt auf die Politik zugeht, hat Gründe. In diesem Jahr wird der neue Rettungsdienstbedarfsplan für Remscheid erarbeitet. Er regelt das Rettungsgeschäft für die kommenden fünf Jahre.

Remscheids Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan zeigte sich gestern auf BM-Anfrage irritiert über den Vorstoß im politischen Raum. Bislang habe es keinerlei Gesprächswunsch des DRK zu diesem Thema gegeben. Dafür stehe er immer zur Verfügung. Er habe "volles Verständnis dafür", dass die Hilfsorganisationen DRK und Johanniter die Entwicklung bei den Notfallsanitätern mit Sorge betrachten, sagte Eul-Jordan. Eine Schwächung des Katastrophenschutzes in Remscheid allerdings fürchtet er nicht. Viele Funktionen und Dienste seien mit Ehrenamtlern auch weiterhin zu gestalten. Daran ändere sich auch künftig nichts. Im Remscheider Prinzip des multifunktionalen Feuerwehrmanns sieht er eher ein Vorteil für Remscheid. Dass alle Feuerwehrleute gleichzeitig auch Rettungsassistenten sind (und nun sukzessive zu Notfallsanitätern ausgebildet werden) habe sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt und mache die relativ kleine Remscheider Feuerwehr sehr flexibel auch bei Großschadensereignissen.

Für die derzeitige Situation mit drei Rettungswagen für das Stadtgebiet mache es daher keinen Sinn, einen Wagen abzugeben. Sollte sich bei der Erstellung des neuen Rettungsdienst-Bedarfsplans ergeben, dass ein vierter Rettungswagen gebraucht werde, könne sich das aber ändern. Dann werde die Stadt sicherlich Gespräche mit den Partnern von DRK und der Johanniter Unfallhilfe führen. Die Vergabe müsse dann in einem Ausschreibungsverfahren geregelt werden.

Quelle: RP
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