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Remscheid
Druschba holt Russland nach Remscheid

Remscheid: Druschba holt Russland nach Remscheid
Die russische Seele musikalisch umgesetzt - das Strawinsky-Stundentenorchester aus Moskau war im Teo Otto Teater zu Gast. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Das heimische Balalaika-Orchester und das Strawinsky-Studenten-orchester aus Moskau im gelungenen Ost-West-Dialog. Von Bernd Geisler

"Bin ich im Bolschoi-Theater?", das mag mancher augenzwinkernd am Dienstagabend gedacht haben. Russland gab den Ton an im Saal des Teo Otto Theaters. Russisch war die vorherrschende Sprache. Das gemeinsame Konzert des Strawinsky-Studentenorchesters aus Moskau (Leitung: Dmitry Makuschenko) und des Balalaika-Orchesters Druschba aus Düsseldorf/Remscheid (Leitung: Lev Zlotnik) ließ die russische Folklore hochleben. Ein Ost-West-Dialog der Spitzenklasse, ein musikalischer Hochgenuss für die Liebhaber russischer Volksmusik und die Freunde russischer Instrumente, wie Balalaika, Bajan, Domra und Gusli.

Alles kam zur Geltung. Die Bühne war voll. Musiker, Sänger und Tänzer wetteiferten um die Gunst des Publikums mit außergewöhnlichen solistischen Leistungen und farbenprächtigen traditionellen Kostümen. Sie fanden auf Anhieb Zuspruch beim Publikum. Die Menschen waren ganz Auge und Ohr. Die meisten klatschten bereits bei den russischen Ansagen, ehe sie ins Deutsche übersetzt wurden. Heftiger Beifall folgte jeder einzelnen Darbietung.

Den ersten Teil dieser Jugendbegegnung beider Orchester in Remscheid bestritten die Gäste aus Moskau. Sie legten von Anfang an mit unerwarteter Begeisterung los. Erst instrumental, dann als Begleitung vieler Gesänge, mal in der Gruppe, mal solo. Viele Stücke bestachen durch ihre typische Dynamik: manchmal laut und ungestüm, dann leicht und gleitend. Und oft steigerte sich das Tempo von einem fast schleppenden Stampfen über normales Gehen zum trippelnden Hüpfen und schließlich zum rasanten Rennen. Der markante, abrupte Schluss brachte die Zuschauer ins Schwärmen. "Bravo"-Rufe flogen vom Publikum quer durch den Saal zur Bühne, nachdem viele vorher ordentlich mitgeklatscht hatten. Es fehlte nur noch, dass Wassergläser mit Wodka die Reihen machten. Auf der Bühne herrschte stets Bewegung - Musiker, Sänger und Tänzer bildeten oft eine Einheit.

Das Balalaika-Orchester Druschba bestritt nach der Pause den zweiten Teil des Konzerts. Es bewies die gleiche Professionalität und Authentizität wie die Strawinsky-Studenten. Viele Solisten beider Orchester - ob am Instrument oder mit ihrer Stimme - haben bereits anerkannte Musiker-Preise abgeräumt. Höhepunkt des Auftritts war ohne Zweifel das Zusammenspiel beider Orchester am Schluss. Dazu kamen alle Sänger und Tänzer noch einmal auf die Bühne und boten ein farbenprächtiges Bild. Im Saal erhoben sich die Zuhörer von den Plätzen, die Begeisterung schwappte über. Das russische Liebeslied "Katjuscha" musste zweimal gespielt werden.

Quelle: RP
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