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Remscheid
Düstere Geschichten mit einer Prise schwarzem Humor

Remscheid. Bei der Backhaus-Matinee im Augusta-Hardt-Heim las Daniel Juhr aus einem Krimi, der im Oberbergischen spielt. Von Bernd Geisler

Nach rund 35 Minuten trafen endlich "der Alte" und "der Meister" aufeinander: Die Geschichte "Rom sehen und sterben" fand ein überraschendes Ende. Das Geschehen spielte nicht in der italienischen Hauptstadt unter südlicher Sonne. Es führen viele Wege nach Rom, und es gibt nicht nur ein Rom. Der "Alte" und der "Meister" trafen sich in dem Rom, das einem Stadtteil des oberbergischen Ortes Morsbach seinen Namen verleiht. Also eine Geschichte für Kenner der Region. Und das Oberbergische prägte auch diese Geschichte. Gleichwohl lässt sich natürlich mit der Bezeichnung "Rom" trefflich spielen. Ein gefundenes Fressen also für einen Krimiautor, der noch dazu nicht weit von Rom - in Wipperfürth - wohnt. Der Autor heißt Daniel Juhr, ist Inhaber des gleichnamigen Verlages und einer Textagentur. Er und seine beiden oberbergischen Mitautorinnen Irmgard Hannoschöck und Christine Kaula bestritten eine Lesung im Rahmen der Reihe "Backhaus Matinee" des Augusta-Hardt-Heims (AHH).

Das Heim kümmert sich gemeinnützig um die Betreuung chronisch psychisch kranker Menschen. So fanden sich zu dieser Matinee auch Klienten des Heims ein. Die Lesung bestritten die Autoren mit ihren Geschichten aus der Anthologie des Juhr-Verlages "Morde und andere Gemeinheiten".

"Es sind nicht nur reine Krimis", sagte Juhr einführend. Düstere Geschichten seien ebenso Bestandteil der Anthologie wie Erzählungen mit schwarzem Humor. Und so gab es auch während der Reise nach Rom ein wenig zum Schmunzeln. Running Gag war etwa die Figur des dementen Mannes am Empfang des Hotels in Rom, in dem die Geschichte endet. Er sah jeden Hotelgast stets zum ersten Mal, egal wie oft dieser dort schon übernachtet hatte: ein idealer "Tatzeuge" für den Täter. Wenn es denn überhaupt einen gibt. Mehr über diese Geschichte soll hier nicht verraten werden. Bis auf eines: Juhr versteht es meisterhaft, den Leser und den Hörer auf falsche Pfade zu lenken.

Die Überraschung stand jedenfalls nach dem Ende der Geschichte den rund 20 Besuchern im Backhaus im Gesicht geschrieben. Sie hat auch den beiden Klienten des AHH, Bianka Hoffmann und Dennis Frankenbusch, gut gefallen. "Besonders, weil zwei Personen mit unterschiedlichen Stimmen vorgelesen haben", sagte Bianka. Auch die stellvertretende Geschäftsführerin, Christine Mersmann-Pohl, war als "eifrige Krimileserin" begeistert. "Diese Matineen sind als Angebot auch für Außenstehende wie etwa Nachbarn des AHH gedacht", sagte sie. So freute sie sich über zahlreiche Nicht-Klienten, die zur Lesung gekommen waren.

Quelle: RP
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