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Remscheid
Durch Expansion die Existenz sichern

Remscheid: Durch Expansion die Existenz sichern
Markus Kärst ist zufrieden mit der Entwicklung des Familienbetriebs Kromberg, der 50 Voll- und Teilzeitkräfte beschäftigt. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Seit 125 Jahren besteht der Restaurantbetrieb Kromberg in Lüttringhausen. Markus Kärst führt ihn in fünfter Generation. Von Stefanie Bona

Was vor 125 Jahren als einfacher Gasthof mit eigener Landwirtschaft begann, ist heute ein moderner, aufstrebender Hotel- und Restaurantbetrieb. In Lüttringhausen eine Institution, hat sich das Hotel-Restaurant Kromberg inzwischen weit über die Grenzen des "Dorfs" hinaus einen Namen gemacht. Bis heute ist das Unternehmen im Familienbesitz, Markus Kärst führt die Geschäfte in fünfter Generation gemeinsam mit seiner Mutter Silvia Kärst. Mit Stolz blicken beide auf die zum Jubiläumsjahr erstellte Chronik, die zeigt, wie sich der Betrieb über mehr als ein Jahrhundert behauptet und weiterentwickelt hat.

1891 zog Gastwirt Karl Lemmer in einen Neubau an der Kreuzbergstraße. Er übergab die typisch bergische Eckkneipe 20 Jahre später an seinen Sohn Karl Lemmer junior. Nach dem Krieg gab es eine erste Zäsur, als dessen Tochter Käthe den Konditormeister Werner Kromberg heiratete. Die ersten Fremdenzimmer entstanden und wurden bereits Ende der 1950er Jahre zum ersten Mal erweitert. Genau wie seine Mutter stand auch für Markus Kärst frühzeitig fest, dass er die Familientradition bewahren und nach einer fundierten Ausbildung zum Koch und im Hotelmanagement in die Geschäftsleitung einsteigen wollte. Umso wichtiger wurde sein Entschluss, als sein Vater Wilfried im Jahr 1995 starb, und Silvia Kärst mit Unterstützung ihrer beiden Söhne den Betrieb weiterführte. Schon damals hatte man zehn Mitarbeitende.

"In diesem Sommer werden wir die Zahl von 50 Voll- und Teilzeitkräften wohl überschreiten", blickt Markus Kärst optimistisch in die Zukunft. Heute gehören zum Stammhaus in Lüttringhausen ein Imbiss für den schnellen Hunger an der Barmer Straße und das Café Central in Ronsdorf. "Step by Step" und bloß nicht zu schnell müsse ein Unternehmen wachsen, betont der Mitinhaber. Alleine auf ein A la Carte-Restaurant zu setzen, sei riskant. Also erweiterten die Kärsts ihr Haus um die anderen Betriebsstätten und genauso um einen Cateringservice, der von der privaten Geburtstagsfeier bis hin zum großen Firmenevent alle Wünsche abdeckt. Ein Standbein mit Zuwächsen ist auch das Hotel. Nach umfangreicher Modernisierung der Gasträume folgte in 2015 die Neugestaltung von zehn Hotelzimmern. In diesem Jahr werden die restlichen sieben Zimmer renoviert.

Die steigende Nachfrage habe der Investition Recht gegeben, berichtet Markus Kärst erfreut. Größere Zimmer und mehr Komfort seien bei den Firmenkunden und zunehmend auch von Touristen gefragt, die am Wochenende die Vorzüge des Bergischen Lands entdecken. Weitere Expansionsgedanken hat der rührige Unternehmer im Kopf, noch seien sie aber nicht spruchreif. Bietet das in Lennep geplante DOC weitere Chancen für die örtliche Gastronomie? "Ja, aber im ersten Schritt in Lennep", glaubt Kärst, der sich als erster Vorsitzende der Kreisgruppe Remscheid des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) engagiert. Hotels würden dann möglicherweise im zweiten Schritt profitieren. Ob sich auch die sechste Generation für eine Fortführung des Familienbetriebs erwärmen kann, steht noch nicht fest. Tochter Emilia ist dreieinhalb Jahre alt und habe täglich wechselnde Berufswünsche, berichtet Markus Kärst lachend.

Möglichkeiten, sich in dem gewachsenen Unternehmen eine Existenz aufzubauen, gebe es allerdings auch außerhalb von Küche und Service genug.

Quelle: RP
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