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Remscheid
Ein Abend der unvergessenen Melodien

Remscheid. Welche Wirkung ein Cello in einem Duo doch haben kann: Sängerin Lei garnierte die Premiere des Pop-Duos "Lei und Uli" ( Lei Errenst und Ulrich Spormann) im Restaurant Richard Becker in Ehringhausen mit einer eindrucksvollen Einlage auf ihrem Cello. Spontan mag manche(r) der Besucher an Udo Lindenbergs Hit "Du spieltest Cello" gedacht haben. Von Bernd Geisler

"Uli" ist im Restaurant ein alter Bekannter. Er hatte hier zusammen mit Klaus Stachuletz als Blues-Duo Dr. Mojo die "Brauhaus Blues"-Konzertreihe aufgelegt. Nun startete er zusammen mit Lei etwas Neues: bekannte Pop-Songs und musikalische Dauerbrenner im akustischen Gewand.

Lei enstammt einer Musikerfamilie. Die Tochter eines chinesischen Komponisten-Cellisten und einer Sängerin der Shanghai-Oper absolvierte ein vierjähriges Musikstudium an der Pädagogischen Universität Shanghai im Hauptfach Gesang sowie den Nebenfächern Klavier, Cello und Musiktheorie. Seit Ende der 90er Jahre wirkt sie als Solistin und Gesangslehrerin in Wuppertal.

Ihr Repertoire ist breitgefächert: Opern- und Kirchenarien, Operettenmelodien und Weihnachtslieder. Und jetzt auch Pop-Songs. Klar, dass ihr dabei die Lieder, in denen ihr klassischer Sopran gut zur Geltung kommt, besonders gut gelingen. "Ich singe auch sehr gerne Popmusik und fühle mich dann auch als Popsängerin", sagte sie. Das klingt dann auch poppig und nicht klassisch.

Ihre Stärke dabei sind naturgemäß die Songs mit prägenden Melodien. Zusammen mit Uli, der Gitarre spielt und sie auch gesanglich begleitet, bringen die beiden bekannte Songs in einem neuen Gewand. Daran mussten sich die mit flotten Blues vertrauten Besucher erst einmal gewöhnen. Bis zur Pause glitten solche unvergessenen Melodien wie in "Lost in France", "Walk Right In" oder "Stumble In" beinahe zart in die Ohren. Das verleitete diejenigen, die es sich beim leckeren Essen des Restaurants gut gehen ließen, dazu, Lei und Uli als willkommene Hintergrundmusik anzusehen. Andere Besucher konnten sich noch gut durch die Schmusesongs aus den 60ern an ihre Jugend erinnern. Da schienen längst vergessene Träume wieder aufzutauchen. Eine ruhige Stimmung machte sich breit.

Nach der Pause weckte das Cello und die Besucher hörten konzentriert zu. Lei sang zunächst nicht, sie spielte Cello. "Hello" von Lionel Richie erklang - interessant, ungewöhnlich und kreativ-stilvoll. Die Leute waren hin und weg. "Wunderschön!", rief eine Stimme, kurz bevor der Beifall einsetzte.

Von nun an waren alle ganz Ohr. Ob mit oder ohne Cello - "Lei und Uli" feierten in Ehringhausen eine glänzende Premiere.

Quelle: RP
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