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Remscheid
Ein junger Komponist geht seinen Weg

Remscheid: Ein junger Komponist geht seinen Weg
Valentin Ruckebier will sein Leben der Musik widmen, auch wenn er weiß, dass es schwierig wird, seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Der 17-jährige Valentin Rückebier beginnt nun sein Studium in Düsseldorf. Er will auch eine Rock-Band gründen. Von Stefanie Bona

Schon früh hat Valentin Ruckebier auf seine große Begabung, ein wenig später auch auf sein Ausnahmetalent aufmerksam gemacht. Mit vier Jahren begann der Lenneper, Geige zu spielen. Als Achtjähriger kam das Klavier hinzu. Schnell stellte er sich den Juroren von "Jugend musiziert" und erreichte mehrfach die Wettbewerbe auf Bundesebene. Was aber vielleicht noch außergewöhnlicher ist, sind seine Erfolge als junger Komponist. "Mit acht habe ich die ersten Stücke geschrieben", erinnert er sich. Gerne habe er am Klavier gesessen und Klänge ausprobiert.

Die Ur-Aufführung seiner "Apokalypsis", ein Oratorium für Solisten, Chor und Orchester, war im vergangenen November ein beeindruckendes Zeugnis der erstaunlichen Entwicklung, die der junge Mann als Tonschöpfer gemacht hat. In diesem Jahr gehört er zu den Bundespreisträgern von "Jugend komponiert". Statt eines Preisgeldes gab es viele Anregungen bei einem Workshop in Schloss Weikersheim bei Würzburg. "Das war schon sehr interessant, sich mit den Profis auszutauschen."

In wenigen Tagen wird Valentin das Studium der Komposition an der Musikhochschule Düsseldorf aufnehmen. Dort ist er bereits seit Sommer 2014 Jungstudent. "Trotzdem musste ich jetzt nochmals eine offizielle Aufnahmeprüfung machen", erzählt er. Bis er den "Bachelor of Arts" im Fach Komposition erworben hat, wird er sich intensiv mit Theorie und Praxis auseinandersetzen. Insofern ist der junge Künstler in der glücklichen Lage, sein Hobby zum Beruf machen zu können. "Während des Studiums bleibt mir genügend Zeit zum Komponieren." Trotzdem geht er nicht blauäugig in diesen Ausbildungsweg. "Ich weiß, dass es schwierig werden kann, als freischaffender Komponist seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Vielleicht werde ich mich deshalb auch dem pädagogischen Bereich zuwenden."

Mit 17 Jahren hat er aber noch genügend Zeit, Dinge auszuprobieren zu können. "Ich lasse jetzt erstmal alles auf mich zukommen", bleibt Valentin Ruckebier gelassen. Im Sommer hat er am Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen sein Abitur bestanden. Der Notendurchschnitt von 1,2 hätte ihm fast alle Türen geöffnet. "Mein Ding ist aber die Musik. Für mein Studium brauchte ich diesen Schnitt jetzt gar nicht", sagt er lächelnd. Die Leidenschaft für zeitgenössische und auch klassische Musik ist in seiner Generation nicht weit verbreitet. "Eine Sinfonie hört man eben nicht so mal eben. Da muss man schon ganz dabei sein." Gleichwohl begeistert er sich für moderne Musik, bevorzugt Rock und Metal. Eine Band, in der er sich am Keyboard ausprobieren kann, ist in der Gründungsphase. Natürlich wird nichts geklaut. "Wir schreiben unsere Stücke selbst."

Quelle: RP
 
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