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Remscheid
Ein Klang wie ein ganzes Orchester

Remscheid: Ein Klang wie ein ganzes Orchester
Das Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom am Klavier. FOTO: Moll
Remscheid. Das Pianisten-Duo "Tsuyuki & Rosenboom" glänzte in der Klosterkirche. Von Cristina Segovia-Buendía

Die musikalische Reihe "Weltklassik am Klavier" lockte am Sonntag besonders viele Besucher in die Klosterkirche. Auf dem Programm stand eine extravagante Hommage an Liszt mit dem Pianisten-Duo "Tsuyuki & Rosenboom".

Zugegeben, die Klassik-Reihe in der Lenneper Kulturstätte wartet eigentlich immer mit besonders herausragenden, internationalen Pianisten auf. Doch das Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom sticht aus der Auswahl der ohnehin schon hochkarätigen Künstler noch einmal heraus. Vielleicht, weil sie das Tasteninstrument mit vier Hände spielen, als wären sie ein und dieselbe Person. Vielleicht aber auch, weil sie komplexe Werke, wie etwa die eines Franz Liszt, für sich selbst transkribieren und aufführen, als hätten sie sie selbst komponiert.

Andrea Lugg, Organisatorin der bundesweiten Reihe in Remscheid, versprach ein besonderes Erlebnis: "Sie werden heute ein Orchester hören." Dieses Versprechen lösten Tsuyuki und Rosenboom auch ein. Auf der Bühne sah der aufmerksame Besucher zwei Menschen an einem Klavier, die mit unfassbar viel Gefühl an der einen Stelle und einer unglaublichen Schnelligkeit an anderer, ganz ohne Noten, über die 88 Tasten des Instrumentes huschten, ohne sich dabei auch nur ein einziges Mal in die Quere zu kommen.

Der satte Klang, den sie dem Klavier entlockten, hörte sich mit geschlossenen Augen so an, als musiziere auf der Bühne ein ganzes Orchester. Harmonie und Tempo waren perfekt. Die Übergänge waren sauber und nahtlos.

Kein Wunder, dass die Musiker, die - wie Lugg erzählte - bereits als Solisten eine große Karriere vor sich hatten, weltweit beste Kritiken für ihr neues Album einfahren, auf dem genau diese Hommage an Liszt zu hören ist. Tsuyuki und Rosenboom spielten vier symphonische Dichtungen des ungarischen Komponisten ("Les Préludes", "Orpheus", "Mazeppa und Hunnenschlacht" sowie Liszt "Totentanz").

Bereits nach "Les Préludes", einer musikalischen Abhandlung des Lebens - zwischen Freude, Trauer, Sieg und Niederlage - ernteten die Musiker Bravo-Rufe und einen euphorischen Beifallssturm. Es war ein imposantes Klavierkonzert zweier Ausnahmekünstler, die neben einer großartigen Technik auch ein intrinsisches Verständnis für die Musik vorweisen - mit sehr viel Gefühl, Harmonie, Takt und wie aus einem Guss.

Quelle: RP
 
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