| 00.00 Uhr

Remscheid
Ein kräftiges Hoch auf die 80er Jahre

Remscheid. Das Publikum feierte die Darsteller des Musicals "I Wanna Dance With Somebody" im Teo Otto Theater. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eigentlich ist es ja gar kein Wunder, wenn die 80er heute von so vielen Menschen verklärt werden, selbst wenn sie gar nicht selbst dabei gewesen sind. Die Welt war einfach, Gut und Böse waren klar definiert, und die Musik war so lebensfroh wie der Bubblegum bunt.

Auf eine märchenhafte Zeitreise in die 80er ließen sich die rund 350 Zuschauer im Teo Otto Theater entführen, stehende Ovationen für ein hervorragend aufgelegtes Ensemble. "I Wanna Dance With Somebody - Das 80er Jahre Musical" hieß die Produktion von Grossstadt Entertainment, das originell-komische Buch mit zahlreichen Gags und witzigen Details hat Oskar Maiwald geschrieben. Die Geschichte ist altbekannt - Cinderella, das Aschenputtel (schon bald schön tanzender Schwan: Nadine Kühn), hat es mit ihren beiden Stiefschwestern (herrlich albern: Ramona Akgören und typisch 80er-naiv: Annette Hessel) und der Stiefmutter (voluminös und rustikal: Daniela Tweesmann) nicht leicht. Schon gar nicht, als zwei "Wild Boys", der Prinz (wie aus einem Zahnpasta-Werbespot: Jo Schleker) und sein Adjutant (klassischer "Buddy": Viktor Silvester Wendtner) auftauchen und im Miami-Vice-Stil mit hochgekrempelten Sakko-Ärmeln und coolem Habitus flirten bis sich die Balken biegen. Und als der König (ziemlich cool, auch als Freddie Mercury: Michael Ewig) den Filius auf einem Ball auf Brautschau schicken will, gegen dessen Willen natürlich, sind die Verwicklungen schon genauso vorprogrammiert wie das Happy-End...

Es sind die gute Laune und die großartige Live-Musik - die Band: Stefan Wurz (Keyboard, Gitarre), Friedrich Wengler (Keyboard), Ulrike Smolka (Alt-Saxofon, Keyboard), Johannes Weik (Gitarre), Jan Peters (E-Bass) und Florian Weik (Schlagzeug) - die den Musical-Abend zu etwas Besonderem werden lassen. Die Songs wie "Girls Just Wanna Have Fun", "Wild Boys", "Shout", "The Look" "The Final Countdown" stehen klar im Mittelpunkt, werden oft nur per Refrain angespielt, wenn der Songtext eben gerade zur Handlung passt, oder auch ganz ausgespielt, wobei vor allem die Musiker ihre Klasse beweisen. Auch die Gesangsleistungen sind großartig, vor allem merkt man den sieben Akteuren auf der Bühne jedoch eines an: Sie haben Spaß, jede Menge Spaß. Gerade dann, wenn einmal etwas nicht direkt klappt. So müssen sowohl Prinz als auch Stiefschwester lachen, als die Schwester bei der obligatorischen Schuhprobe nach Cinderellas Flucht vom Ball,den falschen Schuh ausgezogen hat. Schwamm drüber, das macht den Charme des Musicals noch liebenswerter. Und als zur abschließenden Pop-Party mit dem Whitney-Houston-Titelsong "I Wanna Dance With Somebody" das Publikum mitsang, ist man endgültig 30 Jahre früher angekommen. Fazit: Die 80er mögen aus heutiger Sicht modisch gruselig gewesen sein, was damals an popkultureller Substanz entstanden ist, bleibt einzigartig.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Ein kräftiges Hoch auf die 80er Jahre


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.