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Remscheid
Ein solidarischer Blick nach Indien

Remscheid. Helma Ritscher engagiert sich unermüdlich für die Deutsch-Indische Gesellschaft. Der Verein feiert 50. Geburtstag. Von Stefanie Bona

Am 3. Juni feiert die Zweiggesellschaft Remscheid der Deutsch-Indischen-Gesellschaft ihr 50-jähriges Bestehen. Mit geladenen Gästen wird im Remscheider Rathaus gewürdigt, was der Verein vor Ort in den vergangenen Jahren angestoßen, bewirkt und welche Ideen er vor allem nachhaltig während dieser Zeit umgesetzt hat.

Helma Ritscher bildet mit ihrem Stellvertreter Caio Vaz die deutsch-indische Doppelspitze der Gesellschaft in Remscheid. Die Partnerschaft mit Indien auf Augenhöhe ist für die Vereinsvorsitzende ein entscheidender Punkt ihrer Arbeit. So reiste sie zur Jubiläumsfeier im Februar zur am Ganges gelegenen Stadt Varanasi, wo der langjährige und emsige Kooperationspartner Dr. Lenin Raghuvanshi auch eine Feier ausgerichtet und eine Festschrift veröffentlicht hat.

Diese Broschüre wird nun in deutscher Übersetzung beim Festakt im Rathaus vorgestellt. Beide Veröffentlichungen erzählen nicht nur aus 50 Jahren Geschichte sozialer und Bildungsförderung, sondern auch von gewachsenen Freundschaften. "Wir wollten immer einen Beitrag zum gegenseitigen besseren Verstehen der beiden Kulturen leisten. Die Förderung von Bildung war dabei unser Schwerpunktthema", erzählt Helma Ritscher, die vor 25 Jahren zunächst Geschäftsführerin des Vereins und einige Jahre später seine Vorsitzende wurde.

Viele Projekte wurden von der Deutsch-Indischen-Gesellschaft Remscheid initiiert und durch Spendenmittel und die erfolgreiche Akquise von Fördergeldern umgesetzt. "Wir haben in Remscheid treue Sponsoren", betont sie. Und weil soziale Arbeit und Bildung entsprechenden Raum braucht, wurden etwa die "Remscheid Schule" im Dorf Baghwanala, ein Frauen- und ein Weberzentrum gebaut. Fokussiert hat sich das Engagement seit einigen Jahren auf das Eintreten für die Rechte und Würde der so genannten Dalits, die in allen Teilen Indiens am Rand der Gesellschaft leben, von normalen Bürgerrechten ausgeschlossen sind und diskriminiert werden.

An dieser Stelle gelang Helma Ritscher vor zehn Jahren ein besonderer Coup, der bis heute nachhallt. Im Rahmen einer Projektwoche informierte sie am Lenneper Röntgen-Gymnasium über das rechtlose Leben der Unterpriviligierten, und die Gymnasiasten begannen, mit den jungen Indern in Kontakt zu treten. Heute, sechs Jahre nach ihrem eigenen Abitur, ist die damalige Projektgruppe immer noch aktiv. Aus diesem Kreis begleitete der Lenneper Marius Kurtz jetzt Helma Ritscher auf ihrer Reise nach Indien. Ein weiteres Projekt und sogar ein eigener Verein zur Unterstützung der Dalits wurde durch die jungen Leute ins Leben gerufen. "Das macht mich glücklich. Zeitgemäß und auf ihre Weise greifen die jungen Erwachsenen die Botschaft auf. Nachhaltigkeit war immer das Ziel unserer Arbeit", sagt die Vorsitzende. Eine derartige Jugendarbeit gebe es bei keiner der bundesweit 33 Zweiggesellschaften des Vereins.

Quelle: RP
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