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Serie: Unterwegs auf der Balkantrasse
Ein Tag auf der Balkantrasse

Panorama-Radweg: Eröffnung der Balkantrasse
Panorama-Radweg: Eröffnung der Balkantrasse FOTO: Hertgen, Nico
Remscheid. Die ehemalige Bahnstrecke zwischen Lennep und Burscheid hat sich zu einem Magneten entwickelt: Radfahrer, Skater und Spaziergänger nutzen die Trasse. BM-Mitarbeiter Christoffer Kleindienst, der in Düsseldorf lebt, hat den Radweg getestet. Herausfordernd war die Fahrt durch Wermelskirchen. Von Christoffer Kleindienst

Radfahren vor der eigenen Haustür, ohne mühsam einen Berg nach dem anderen hochzustrampeln – das kannten die Menschen in der Region bis vor kurzem nicht. Seitdem im April der Radweg Balkantrasse zwischen Remscheid-Lennep und Burscheid eröffnet wurde, hat sich das Bild gewandelt. Scharenweise sind die bergischen Freizeitradler darauf unterwegs. Wer früher sein Fahrrad aufs Autodach packte und an den Rhein fuhr, bleibt jetzt hier.

Umgekehrt funktioniert's genauso. Aus Düsseldorf komme ich mit der Bahn in Lennep an. Es ist ein strahlendblauer Sommertag. Auch als Ortsunkundiger finde die Balkantrasse sofort. Nur ein paar Meter vom Bahnhof entfernt beginnt die glatt asphaltierte Radstrecke erkennen. Freie Bahn für einen hoffentlich entspannten Nachmittag.

Nach den ersten von rund 22 Kilometern stelle ich fest, dass ich von der Natur des Bergischen Landes rundum begeistert bin. Links und rechts von der Strecke erstreckt sich Wald, manchmal eröffnet sich der Blick auf Wiesen und Weite. Als Großstadtmensch habe ich solche Ausblicke selten. Bänke am Trassenrand laden zur Rast ein – ist aber noch nicht nötig. Gefahr, anderen Radler oder Fußgängern in die Quere zu kommen, laufe ich nicht. Platz ist genug. Und das Tempo auf der Strecke eher gemächlich.

Kein Radweg, keine Schilder

Nach 20 Minuten habe ich den Ortseingang von Wermelskirchen erreicht. Und treffe auf das erste Problem. Ich habe just das Ortsschild passiert, da muss ich absteigen: Ich weiß nicht mehr, wo es weitergeht. Ich war vorgewarnt, dass es in der Wermelskirchener Innenstadt keinen separaten Radweg gibt und ich die Straßen benutzen muss, die Beschilderung führt mich aber direkt in das nächste Wohngebiet. "Hier sind Sie falsch", sagt ein Anwohner und erklärt mir den Weg zurück.

Gesagt, getan: In der Stadt folge ich den Schildern, irgendwann sind diese aber verschwunden. Wieder muss ich nachfragen. Am Zweirad-Center Lambeck führt der Weg zurück auf die Trasse. Erleichtert und entspannt radel ich weiter, mittlerweile habe ich Bekanntschaft mit einem älteren belgischen Ehepaar gemacht, das das gleiche Ziel wie ich hat. "Durch die Stadt fand ich es schon sehr verwirrend", sagte die Belgierin. "Ansonsten macht es viel Spaß." Mir auch. Auf der ebenerdigen Strecke kann man gut fahren. Richtung Burscheid wird die Strecke aber spürbar anspruchsvoller, mitunter muss ich stärker in die Pedale treten.

Inzwischen sind eine Stunde und zehn Minuten vergangen. In Hilgen wartet die nächste Umleitung, die Radler werden direkt auf die Straße geführt. Der Umweg ist allerdings nur 800 Meter lang. Ich finde relativ schnell wieder auf die Trasse zurück – und stehe vor dem einzigen wirklich starken Anstieg der Tour. Die Grundschulkinder und ihr Lehrer, die ich überhole, müssen absteigen und schieben.

In Burscheid-Kuckenberg endet die Trasse, für mich etwas überraschend. Das letzte Stück nach Opladen fehlt eben noch. Ich hab's geschafft, nach einer Stunde und 44 Minuten. Trotz einiger Probleme fällt mein Fazit positiv aus: Die Balkantrasse ist ein gelungenes Projekt.

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