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Remscheid
Ein Tanz voller Furcht und Schönheit

Remscheid. Das französische "Malandain Ballet Biarritz" zeigte seine Interpretation von "Die Schöne und das Biest". Von Cristina Segovia-Beundia

Das französische "Malandain Ballet Biarritz" überzeugte im Teo Otto Theaters. Mit ihrer tänzerischen Darbietung des Märchens "Die Schöne und das Biest" verzauberte die internationale Compagnie das bergische Publikum, das sich zum Schluss sogar zu anhaltendem Applaus und lauten Bravo-Rufen hinreißen ließ.

Ein tanzbares Kunstwerk war es, was die Zuschauer - bedauerlicherweise recht wenige - am Samstagabend im Teo Otto Theater zu sehen bekamen: Thierry Malandain, Choreograph und Namensgeber der Compagnie, hat aus dem bekannten französischen Märchen um die schöne Belle und einem furchteinflößenden Biest, einem verzauberten, herzlosen Prinzen, eine faszinierende Ballettfassung geschaffen, die unter die Haut ging.

Durchtrainiert und dynamisch zeigten sich die Tänzerinnen und Tänzer. Leidenschaftlich elegant schwebten sie über die Bühne. Jede Drehung, jeder Sprung saß perfekt zu der Musik von Tschaikowski. Eine unglaubliche Körperspannung verhalf ihnen dabei, selbst langsamste Bewegungen, die in Zeitlupe majestätisch wirkten, zu halten. Die Synchronie zwischen den Tänzern war makellos, so als würden sich die Bewegungen eines einzelnen bloß mehrfach spiegeln.

Malandain setzt bei seiner Version des Märchens ausschließlich auf die Kraft des Körpers und die Sprache der Bewegung. Mit Erfolg: Für seine Choreographien trennte er beispielsweise Seele und Körper und zeigte damit den Zwiespalt, den inneren Kampf eines jeden Menschen. Miyuki Kanei, filigran, nahezu zerbrechlich, verkörperte die Seele. Daniel Vizcayo, durchtrainiert und muskulös, mit freiem Oberkörper, stellte den Körper dar. Auch der Antagonismus zwischen der schönen Belle (Claire Lonchampt) und dem jähzornigen Biest (Mickaël Conte) wirkte überzeugend.

Die Bühnenbilder kreierten die Tänzer mit den wunderschönen Choreographien. Selbst den Szenenwechsel zogen sie in ihre Bewegungen mit ein, indem sie mit schwarzen Vorhängen tanzend zuzogen. Hinter ihnen kamen dann erneut weitere Tänzer hervor, die ein neues Bild präsentierten.

Durch diese Technik nutzte das Ensemble den zur Verfügung stehenden Raum aus. Licht und Musik sorgten für die passende Atmosphäre in jedem entscheidenden Moment. Die Kostüme - schlichte, enge Ballettanzüge - dienten der optischen Untermalung der verschiedenen Charaktere, denn das wesentliche drückten die Tänzer mit ihrer Körpersprache aus.

Quelle: RP
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