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Remscheid
Einbrecher erbeutet Freibad-Einnahmen

Remscheid: Einbrecher erbeutet Freibad-Einnahmen
Tatort Eschbachtal: Die Glastür zum Bademeisterhaus (links) wurde eingeschlagen, Schlüssel zum Tresor und Technikraum entwendet, der Tresor leergeräumt. Nun fehlen dem Bad Einnahmen in fünfstelliger Höhe. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Eschbachtal: Vermutlich hoher fünfstelliger Betrag aus Tresor im Bademeisterhaus gestohlen. Stadt prüft Vorfall. Von Bernd Bussang

Nach einem Einbruch in das Bademeisterhaus des Freibads Eschbachtal hat die Kripo Ermittlungen aufgenommen. Welche Summe erbeutet wurde, ist noch nicht klar. Die Stadt sprach gestern Abend bei einem Ortstermin im Freibad von einem fünfstelligen Betrag. Warum so viel Geld in einem Tresor in einem Bademeisterhäuschen aufbewahrt wurde, soll nun das Rechnungsprüfungsamt der Stadt prüfen. Stadtdirektor Dr. Christian Henkelmann hat in Vertretung des in Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters ein internes Prüfverfahren eingeleitet. Es soll die Umstände des Vorfalls und mögliche Verstöße gegen Dienstanweisungen abklären.

Die Hiobsbotschaft erreichte den Vorsitzenden des Fördervereins des Freibads Eschbachtal, Stefan Grote, gestern vormittag auf der Insel Föhr und verdarb ihm mit einem Schlag die gute Urlaubslaune. Es fehlen offenbar die kompletten Tageseinnahmen der Julitage. Grotes erste Reaktion als seit Jahren engagierter Förderer: "Sollte ein finanzielles Loch entstehen, können wir im begrenzten Rahmen zuschießen." Doch das dürfte nach ersten Erkenntnissen der Kripo nicht reichen: "Es geht um richtig viel Geld", sagt Polizeisprecher André Schwanicke.

Genauere Angaben zur erbeuteten Summe will er aus Ermittlungsgründen nicht machen. Auch der neue Sportamtschef, Martin Sternkopf, der gerade mal zwei Wochen im Amt ist, gab sich gestern zurückhaltend: "Wir kennen die Summe noch nicht." Auch sei noch unklar, ob der Schaden durch eine Versicherung abgedeckt sei. Eine generelle Eigenschadensversicherung der Stadt bestehe nicht mehr, hieß es gestern.

Dass Geld im Bademeisterhäuschen in einem Tresor aufbewahrt werde, entspreche gängiger Praxis, denn es werde gerade an heißen Tagen mit großem Betrieb auch als Wechselgeld benötigt, so Sternkopf. Doch auch in dieser Höhe? Laut Stadtkämmerer Sven Wiertz ist der zuständige Fachdienst, in diesem Fall das Sportamt, für die Einhaltung der Vorschriften zuständig. In einer Dienstanweisung sei festgelegt, dass bis 2500 Euro durch Einzelpersonen zur Bank gebracht werden könnten, ab 2500 Euro seien zwei Personen nötig, ab 25 000 Euro müsse ein Sicherheitsunternehmen beauftragt werden.

Die Rechnung zur Schadenshöhe ist noch spekulativ. Gerade an den ersten Julitagen war es brüllend heiß in Remscheid. Am ersten Samstag des Monats erreichte die Hitzewelle mit bis zu 40 Grad einen ersten Höhepunkt. Allein an diesem einen Tag zählte das Bad 3300 zahlende Besucher. Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder 1,50 Euro. Weitere Hitzetage sollten folgen. Ein fünfstelliger Betrag ist also schon schnell erreicht. Sollte der Versicherungsfall nicht eintreten, geriete Deutschlands ältestes Freibad mit seinem ohnehin engen Finanzkorsett schnell in Schieflage.

Laut Polizeibericht ist der Täter zwischen Montag, 15.30 Uhr, und Dienstag, 7.40 Uhr, in das Bademeisterhäuschen eingedrungen. Zuvor muss er sich über einen etwa zwei Meter hohen Zaum Zugang zum Gelände verschafft haben. Mit einem Stein warf der Unbekannte eine Glasscheibe der mit einem Knaufschloss gesicherten Eingangstür im ersten Obergeschoss ein, griff durch an die innere Klinke und öffnete so die Tür.

Wie beim städtischen Pressetermin gestern Abend verlautete, muss der Täter Ortskentnisse gehabt haben. Er durchsuchte die Bademeisterräume nach dem Tresorschlüssel und offenbar auch nach dem der Eisentür des Technikraums im Erdgeschoss. Offenbar gewaltlos drang er in den Technikraum ein, öffnete den Tresor, entnahm das Bargeld und entkam unerkannt.

Am Dienstag war das Bad wegen schlechten Wetters geschlossen, Kripobeamte nahmen Tatortspuren auf . Seit gestern ist das Bad wieder geöffnet. "Der Badebetrieb läuft normal weiter", sagt Sportamtschef Sternkopf.

Quelle: RP
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