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Remscheid
Einbrecher fahren an Remscheid vorbei

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Remscheid. Während in den bergischen Nachbarstädten die Delikte steigen, gehen sie hier zurück. Die Polizei hat eine Erklärung. Von Bernd Bussang

Was die Einbruchskriminalität angeht, läuft Remscheid landesweit derzeit gegen den Trend. Während Polizeibehörden aus vielen Großstädten in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sprunghaft steigende Deliktzahlen melden, sind die Einbrüche in der Werkzeugstadt merklich zurückgegangen. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den drei bergischen Großstädten: Während Solingen (plus 48 Prozent) und Wuppertal (plus 63 Prozent) besonders hohe Zuwachsraten bei Einbrüchen vermelden, geht in Remscheid die Zahl um fast die Hälfte zurück (minus 49 Prozent, siehe Infokasten).

Eine statistische Auffälligkeit, die auch im Polizeipräsidium Wuppertal, das für alle drei bergischen Großstädte zuständig ist, für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Polizeisprecher André Schwanicke hat eine Erklärung. "Das hat offenbar mit der Anbindung ans Autobahnnetz zu tun", sagt er. Hintergrund ist eine schon länger beobachtete Entwicklung, die sich nun offenbar zuspitzt. Gemeint sind die vielzitierten "reisenden Tätergruppen", also straff organisierte Autoknackerbanden vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum. Sie fallen vermehrt über Autobahnen in deutsche Ballungsräume ein, besonders gerne ins dicht besiedelte NRW. Dabei scheint es offenbar bevorzugte Beuterouten zu geben. Schwanicke: "Ein Blick auf die Straßenkarte zeigt: Wuppertal und Solingen liegen nah an den Ballungsräumen im Ruhrgebiet und an der Reinschiene und sind durch Autobahnen gut angebunden". Schwanicke nennt neben der A 1, der A 3 und der A 46 auch die A 35 und die A 542. In Remscheid hingegen gebe es zwar auch Autobahnanschlüsse, aber eben nur an die A 1. "Für organisierte Banden, sind schnelle An- und Abfahrten über die Autobahn wichtig", begründet der Polizeisprecher die Theorie.

Insgesamt sei Zahl der Einbrüche im bergischen Präsidiumsbereich um 34,84 Prozent gestiegen. "Damit haben wir in etwa wieder den Stand von 2013 erreicht", so Schwanicke. 2014 war die Zahl der Einbrüche deutlich zurückgegangen. Das ist vorbei - Ausnahme: Remscheid.

Ein Grund für das Nachlassen der Wachsamkeit ist das keineswegs. "Riegel vor und Augen auf", heißt die Devise der Polizei. Bei einer gemeinsamen Aktion von Polizei und Bergischer Morgenpost am vergangenen Mittwoch auf dem Rathausplatz war das Interesse groß. Hauptkommissar Eckhard Klesser vom Kriminalkommissariat Vorbeugung hatte bei der Mobilen Redaktion konkrete Tipps zur Eigentumssicherung gegeben.

Infos unter Tel. 0202- 2481815

Quelle: RP
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