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Ansichtssache Galerie
Eine Chance verdient

Remscheid. Die Städtische Galerie an der Scharffstraße ist in den 90er Jahren mit den Werken von Gerd Arntz eröffnet worden. In beiden Häusern hingen die Drucke des Mannes, der die Welt gerne auf ein "Die da oben" und "Die da unten" reduzierte. Damals benannte die Stadt die beiden Häuser nach dem Fabrikantensohn aus der Cleffstraße. Zur Eröffnung gab es Mappen mit Werken des Künstlers zu kaufen.

Am 19. Dezember eröffnet die Stadt als Veranstalter wieder einen Ort der Kunst mit Werken von Gerd Arntz. Nicht in zwei Häusern, sondern auf zwei Etagen hängen die Drucke des Erfinders des Piktogramms. Galerie möchte man die Räume am Markt 13 nicht gerne nennen. Kunst darf dort kein Alleinstellungsmerkmal beanspruchen. Sie hat zwischen allen Stühlen ihren Platz, zwischen Seniorenbüro, Stadtentwicklern und Projektleitern. Und die Stadt hat Mühe, eine neue Publikation über Arntz zur Eröffnung herauszubringen. Wie sich die Zeiten ändern. Und wie sich die Wertschätzung für die Kunst in dieser Stadt verändert hat. Jammern hilft aber nichts. Im Schmollwinkel zu sitzen nutzt niemandem. Es ist immer noch besser, Kunst zu zeigen, als keine Kunst zu zeigen.

Aber nur Bilder an die Wand zu hängen - das wirkt einfallslos und beschädigt das Projekt. Um den Markt 13 als Marke zu etablieren, braucht es gute Öffentlichkeitsarbeit, ein Angebot an Führungen für unterschiedliche Gruppen und ein attraktives Beiprogramm. Da kommt noch viel Arbeit auf die Stadt zu - wenn es gut werden soll. Markt 13 hat eine Chance verdient. Man sollte sie nutzen.

Quelle: RP
 
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