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Remscheid
Eine ereignisreiche Kneipentour

Remscheid: Eine ereignisreiche Kneipentour
Die Remscheider Band "Grenzenlos frei" rockte mit ihrer Spielfreude das Brickhouse. FOTO: Geisler (2)
Remscheid. Ein Streifzug durch das Remscheider Nachtleben bot sich bei der zwölften Buderus-Lokalrunde. Das Interesse war riesig, denn in den beteiligten Lokalen drängten sich die Musikfreunde. Vielerorts gab es kaum ein Durchkommen. Von Bernd Geisler

So viel wie möglich von der Buderus Lokalrunde mitzubekommen, heißt: so viele wie möglich der 14 Locations abzugrasen. Heißt: rein, gucken, lauschen, kurz quatschen, raus. Denkste. Bereits nach dem ersten Kontakt im Miro in der Scharffstraße kurz nach 20 Uhr wird klar, was einen erwartet: Fast kein Durchkommen durch dichte Menschentrauben davor und drinnen, Lautstärke bis in die Fußnägel, Smalltalk auf Brüllniveau und mühsamer Rückzug durchs Gewühl. Kurz: Bombenstimmung auf engstem Raum.

Den Besuchern gefällt es. Sandra und Christian Rathert haben es aus dem Miro geschafft. Es war ihr erster Anlaufpunkt. Die Band "Fachwerk" sei super, sagen sie. Das Publikum "eher älter". Jetzt wollen sie ins Remscheider Bräu und in die ErlebBar. "Dann sehen wir weiter."

Unsere nächste Station ist das Barista auf dem Theodor-Heuss-Platz. Hier herrscht Gemütlichkeit. "Das Buderus-Event ist geplatzt", sagt der freundliche Mann hinter der Theke: "Stromausfall im Zelt". Schade. Dafür brodelt die Begeisterung in der "Grünen Gans" kurz vor dem Siedepunkt. Das Americana-Folk-Duo "Kaluza & Blondell" stimmt an "It's a Dirty Old Town" und die gesamte Kneipe johlt mit. Überall nur fröhliche Gesichter.

Weil der Andrang so groß war, wurden auch vor der Erleb Bar Getränke ausgeschenkt - vom Chef persönlich. FOTO: Bernd Geisler

Weiter ins Rack'n'Roll in der Daniel-Schürmann-Straße. Die Uhr zeigt 20.53 Uhr. "181 Leute sind drin", sagt Türsteherin Andrea. Die Band "Privacy" liefert in gewohnter Manier schweißtreibenden Hardrock auf hohem Niveau. Die Leute stehen gedrängt Auge in Auge mit der Band. Fast schwindelig werden kann einem vor der ErlebBar in der Hindenburgstraße. Hier hinein ? Man läuft Gefahr, zerquetscht zu werden. Draußen zapft Geschäftsführer Christoph Imber Remscheider Bräu. "Wir lieben die Buderus Lokalrunde", sagt er. Der große Zuspruch beweise, dass die Remscheider große Veranstaltungen lieben. Sie treffen Freunde und lieben gute Musik. Es wäre schön, wenn sie sich außerhalb solcher Veranstaltungen auch aufmachen würden, um die Stadt zu erleben. "Es gibt in Remscheid viel zu entdecken."

Eine Entdeckung sind Hanna Shedo und Bernd Juchems von der Band "Shedo" im "Zicke" in der Mattheystraße. Heute spielen sie akustischen Pop-Rock. Da wird es auch schon mal beschaulich. Juchems ist zufrieden. "Es wird viel geklatscht", sagt er. Nach einem kleinen Fußmarsch kommen uns vor dem "BeatClub" in der Alleestraße Salsa-Klänge entgegen. Die Band "Sabor Latino" will hier den Leuten mit Latino-Rhythmen Schwung in die Hüften bringen. Doch jetzt um 21.30 Uhr bewegen sich erst zwei einzelne Mädels auf der Tanzfläche vor der Bühne. Wo sind die Machos ?

Vielleicht "Bei Tino" in Markt 15 ? Das Latin Rock Trio "Chango Leon" aus Polen, Mexiko und Kolumbien ist sehr zufrieden. "Unsere eigener, spezieller Latino Rock kommt gut an", sagt Gitarrist Dactah Keule. Hier hören die Leute konzentriert zu. Platz zum Tanzen gibt es nicht. Schon gar nicht im "Brickhouse" in der Alten Bismarckstraße. Das Gewühl durch die Menge verlangt alles ab. Aber es lohnt sich. Die leicht martialisch aussehenden Musiker der Deutsch-Rock Band "Grenzenlos frei" rocken mit einer ungeheuren Spielfreude nebst passender Lautstärke das Brickhouse, dass die Trommelfelle flattern.

Gegen 23 Uhr zeigen sich erste Anzeichen konditioneller (Party-) Schwäche. Remscheider Bräu in der Bismarckstraße und Andalucia in der Elberfelder Straße können nur noch am Rande mitgenommen werden. Den Rest besuchen wir im kommenden Jahr.

Quelle: RP
 
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