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Remscheid
Eine Lehrstunde in guten Manieren

Remscheid: Eine Lehrstunde in guten Manieren
Szene aus dem Musical "Die Schöne und das Biest", das im Teo Otto Theater gezeigt wurde. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Das Musical "Die Schöne und das Biest" begeisterte Groß und Klein vor ausverkauftem Haus. Von Hagen Thiele

Mit seiner Version der berühmten Geschichte "Die Schöne und das Biest" machte die Co-Prodktion von "Grossstadt-Entertainment Paderborn" und des Theater Arnstadt den Besuchern des ausverkauften Teo Otto Theaters am Sonntagnachmittag ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk. Mit liebevoll gestalteten Kostümen, detaillierten Kulissen und einem launig spielenden Ensemble meisterte das Familienmusical den Spagat und sprach sowohl Eltern und Großeltern als auch die jüngsten Gäste an.

Das Schloss des Prinzen ragt in der fernen Nacht auf, das Tor ist versperrt. Nachdem eine alte Frau vergebens um Zuflucht gebeten hat, verwünscht sie den Adeligen, der fortan sein Leben als grausige Kreatur fristen muss. Nur der Kuss der wahren Liebe kann ihn und seine ebenfalls verwunschenen Bediensteten retten. Wie gut, dass die hübsche Belle im Austausch für ihren zuvor gefangen gehaltenen Vater die wenig galante Gastfreundschaft des Biests akzeptiert und mit der Zeit den gütigen Menschen hinter der Kreatur entdeckt.

Dass es ein Happy-End geben wird, überrascht wenig. Spannender ist die Frage, wie der Weg zum glücklichen Ausgang der Geschichte verläuft. Für die Erwachsenen setzte das Musical auf Selbstironie. Eine sprechende Katze? "In Märchen können wir Tiere doch immer sprechen", gab das Tier trotzig zurück, als Belles Vater, Kapitän Johansen (Oliver Grice), kaum seinen Ohren traute. Für die Kinder gab es hingegen Slapstick und Klamauk. Höhepunkt war dabei eine Szene kurz vor dem ersten gemeinsamen Dinner von Belle (Nadine Kühn) und dem Biest (Sascha Laue), als die zu einer Vase verwandelte Madame Fleurine (Ramona Akgören) ihrem Herrn eine Lehrstunde in Sachen guter Manieren gab. Das amüsierte Jung und Alt wegen der blendend aufgelegten Darsteller, die ihren Figuren mit großem Spielwitz Leben einhauchten. Für sehr viel Witz sorgte auch Niklas Lundgießen als Cleon, einem zu einer Flasche verwandelten Diener. Kühn spielte Belle mit einer herrlichen Leichtigkeit. Unbekümmert, frech und mit naivem Charme zeichnete sie eine Belle, der der Zuschauer glauben konnte, dass sie das Herz des zum Biest verwandelten Prinzen zu berühren vermochte. Große Akzente setzte Kühn zusätzlich bei ihren zahlreichen Gesangspassagen. Das Publikum zeigte sich äußerst zufrieden. Kinder reckten ihre Hälse, um besser sehen zu können, Großeltern hatten ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen.

Am Ende der Vorstellung applaudierten die Besucher Minuten lang und wollten die Darsteller kaum gehen lassen.

In einer früheren Fassung hatten wir die Produktion dem Hessischen Landestheater Marburg zugeschrieben. Dessen Fassung ist jedoch erst am 19. Januar im  Teo Otto Theater zu sehen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Quelle: RP
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