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Remscheid
Eine Lotsin und Kümmerin

Remscheid: Eine Lotsin und Kümmerin
Annette Mores ist die neue Seniorenberaterin im Stadtteilbüro Rosenhügel. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, Aktivitäten und Angebote im Seniorenbüro zu koordinieren. Foto: Jürgen Moll FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Weil sie mit dem Angebot des Seniorenbüros möglichst viele Menschen erreichen will, stattete Annette Mores den Senioren des Begegnungs- und Beratungszentrums Rosenhügel gestern einen Besuch ab. Von Cristina Segovia-Buendía

Annette Mores leitet seit gut acht Monaten das Remscheider Seniorenbüro in der Alten Bismarckstraße 2. Die studierte Diplom-Sozialpädagogin und gelernte Verwaltungsfachangestellte ist ein wahrer Glücksfall, betont Ralf Krüger, Remscheids Senioren- und Behindertenbeauftragter: "Sie ist eine gute Lotsin und Kümmerin."

Weil sie mit dem Angebot des Seniorenbüros nicht nur einige wenige, sondern möglichst viele erreichen will, stattete Annette Mores - in Begleitung von Ralf Krüger - am gestrigen Nachmittag den Senioren des Begegnungs- und Beratungszentrums (BBZ) Rosenhügel einen Besuch ab. Dort stellte sie sich vor und erzählte über ihre Arbeit.

Die gebürtige Remscheiderin (Jahrgang 1964) ist im Südbezirk aufgewachsen, studierte in Hagen Sozialpädagogik auf Diplom und war dann einige Jahre im Sozialen Dienst der AOK beschäftigt. Später war sie in verschiedenen Funktionen für die Stadt Remscheid tätig, zuerst im Ausbildungsbereich, ab 1999 in der Altenhilfe, etwa in der Stockder Stiftung und dem Haus Lennep.

2012 wechselte sie in den Sozialen Dienst der Stadt und absolvierte eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. "Das sind zwei großartige Voraussetzungen für die Leitung des Seniorenbüros", sagt Ralf Krüger. Sie sei das perfekte Bindeglied zwischen Senioren und Verwaltung, weil sie sich in beiden Bereichen gut auskenne.

Zu Mores Aufgaben gehört es unter anderem, Aktivitäten und Angebote im Seniorenbüro zu koordinieren, sich um die Belange der älteren Generation zu kümmern und bei Bedarf an die zuständigen Stellen zu vermitteln. "Seit der Eröffnung am 28. August 2017 haben wir im Seniorenbüro 1260 Kontakte gezählt", berichtet Mores. Anfragen von Senioren gibt es hauptsächlich zu Versorgungsvollmachten und Patientenverfügungen, zu Rente, Steuern und Grundsicherung oder sogar zur Organisation der eigenen Beerdigung. "Als wir das Konzept unseres Seniorenbüros entwickelten, haben wir es bewusst offen gestaltet", erklärt Mores: "Wir wollten gucken, was kommt. Und wir sind überrascht, was wirklich gekommen ist."

Obwohl sich Mores aufgrund ihrer früheren Tätigkeit gut mit Senioren auskennt, hat sie durch den Kontakt als Leiterin der Anlaufstelle ganz neue Erkenntnisse über die Lebensumstände der älteren Bevölkerung gewonnen: "Wir hatten zum Beispiel das Problem bei der Umstellung von Unitymedia. Viele Senioren kamen total überfordert zu uns und erzählten uns, dass sie kein Geld haben, um einen Handwerker für die Umstellung zu bezahlen, dass sie auch so schon Schwierigkeiten haben, mit dem Geld bis ans Monatsende zu kommen. Diese Altersarmut war uns so vorher auch nicht bewusst", gesteht Mores.

Dass das Seniorenbüro eine Konkurrenz zum BBZ in Rosenhügel sein könnte, glaubt die Stadtteilbeauftragte Marion Noisten nicht: "Die Senioren kommen gerne dorthin, wo sie Nachbarn und Bekannte treffen können. Aber es ist ja dennoch interessant zu erfahren, was das Seniorenbüro anbietet." Viele Rosenhügeler Senioren wüssten zwar, dass es das Seniorenbüro gibt, "aber keiner von ihnen war da". Das dürfte sich nach dem Besuch von Annette Mores nun ändern.

Quelle: RP
 
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