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Remscheid
Eine Million schauen beim Gebet zu

Remscheid. Der Gottesdienst der Friedenskirche wurde in drei Ländern live im Fernsehen übertragen. Von Cristina Segovia-Buendía

Am Sonntag feierte die evangelisch-freikirchliche Gemeinde der Baptisten einen besonderen Gottesdienst, den Pastor André Carouge und sein spanischer Kollege José Manuel Gonzalez gemeinsam mit ihrem Team über ein Jahr vorbereitet hatten. Für den ZDF-Fernsehgottesdienst waren sie "geistlicher Gastgeber" für fast eine Million Zuschauer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Eine Stunde früher als sonst, schon um neun statt um zehn, hatte Pastor André Carouge dafür am Sonntagmorgen seine Schäfchen zum Gottesdienst in die Gemeinde gebeten. Und sie kamen frühzeitig. Die kleine Kirche hatte sich schnell gefüllt, keiner wollte diesen besonderen Moment verpassen.

Vor der Kirche hatten sich seit dem Vortag schon die großen Übertragungswagen des Senders positioniert, zwei große Lastwagen mit dem Equipment parkten an der Seitenstraße.

Auch der Anblick im Inneren war anders als sonst: Es waren deutlich weniger Stühle aufgestellt, der sonst eher karge Saal war mit vielen orangefarbenen Scheinwerfern ausgeleuchtet, links und rechts vor dem Abendmahltisch standen zwei große Kameras und viele schwarze dicke Kabel verliefen seitlich durch das Kirchenschiff. Eine weitere Kamera stand im Mittelgang. Interessiert schauten sich die Gemeindemitglieder um, knipsten fleißig Erinnerungsfotos.

Die halbe Stunde bis zur Live-Übertragung nutzte Pfarrerin Elke Rudloff, ZDF-Sendebeauftragte der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland), um die Gemeinde vorzubereiten. Die Lieder wurden mit den Musikern und den beiden Sängerinnen geprobt und es gab letzte Anweisungen: "Sollten Sie merken, dass die Kamera auf sie gerichtet ist", sagte Rudloff, "einfach ignorieren."

Als nur noch fünf Minuten für den Start des Gottesdienstes blieben, war es mucksmäuschenstill im Saal. Spannung und Neugier lagen in der Luft, alle blätterten nochmal konzentriert das Heftchen mit den Liedern durch. Und dann ging es los: Ein Zeichen von der Produktionsleiterin, die Band begann zu spielen, die Gemeinde begann zu singen. Und es lief.

Die monatelange Arbeit, die vielen Proben und Vorbereitungen hatten sich gelohnt. Pastor André Carouge und sein Team meisterten die 45-minütige Live-Übertragung bravourös. " Es ist gut gelaufen", sagte ein ziemlich geschaffter Pastor am Ende des Gottesdienstes. Und auch den langjährigen Gemeindemitglieder hatte der etwas andere Gottesdienst Spaß gemacht. "Es war ein bisschen aufregender, aber sonst war alles andere wie immer", sagte Brunhilde Treder. Für eine weitere Live-Übertragung stünde die Gemeinde, nach dieser Erfahrung, gerne bereit.

Quelle: RP
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