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Remscheid
Eine Schule für alle Sinne

Remscheid: Eine Schule für alle Sinne
Elisa Piwitt, Mitarbeiterin bei Sternekoch Ulrich Heidemann, hat sich zur Sommelière ausbilden lassen. FOTO: Michael Schütz
Remscheid. Elisa Piwitt von Heldmann's Restaurant hat sich zur Sommelière ausbilden lassen. Von Christian Peiseler

In ihrer Freizeit fährt Elisa Piwitt (24) gerne mit ihrem Freund an die Mosel, in die Pfalz oder an die Ahr. Es sind Reisen auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Elisa Piwitt hat sich nach ihrem Abschluss als Restaurantfachfrau bei Sternekoch Ulrich Heldmann zur Somiliére ausgebildet. Die erste in der Region. Die Welt des Weins gehört nun zu ihren Spezial- und Lieblingsgebieten. Den Gästen im Restaurant empfiehlt sie auf Nachfrage gerne einen Wein zum Essen, in der Hoffnung, den richtigen Geschmack für den Gast zu treffen. Ihre eigenen Vorlieben sind dabei nicht entscheidend. Eine Sommelière freut sich am meisten, wenn die angepriesene Weinflasche den Abend geschmacklich in eine bekömmliche und vielleicht auch neue Richtung lenkt.

Das Rüstzeug zur Weinfachfrau hat Elisa Piwitt in der Fachschule in Ahrweiler gelernt. Zwei Tage in der Woche ist sie über acht Monate in die Weinregion gefahren. Sie hat probiert, probiert und probiert. "Unsere Aufgabe war, genau zu beschreiben, was wir schmecken und ob wir zum Beispiel wirklich die Note Paprika im Gaumen spüren", sagt Elisa Piwitt.

Es war eine intensive Schulung der Sinne und eine Verfeinerung der eigenen Sensorik. Der geübte Weintrinker achtet auf die Farbe, er riecht am Glas, um das Zusammenspiel der Aromen zu identifizieren, und spürt im Gaumen der Struktur der Mineralien nach. Wichtig war für Piwitt, nicht nur zu sehen, zu riechen und zu schmecken, wichtig war über Wein zu reden, eine Sprache zu finden, die die Individualität des Jahrgangs angemessen beschreibt. Oft habe sie noch abends mit den Mitschülern in ihrem Zimmer gesessen und weiter probiert und geredet - und viel, viel Wasser getrunken. Das oberste Gesetz bei einer Weinprobe lautet: nicht schlucken, sondern spucken.

Bei der Frage nach einem Lieblingswein winkt Elisa Piwitt ab. Ob Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich oder Südafrika - sie liebt die geschmackliche Vielfalt dieses edlen Kulturgetränks. Zu ihren Vorlieben gehört zurzeit die Rebsorte Riesling. Bei ihren Besuchen der Weinregionen Deutschlands lernt sie unterschiedliche Weingüter kennen. Während ihrer Ausbildung hat sie im Weinberg geholfen und ein Praktikum als Winzerin absolviert. "Ich hatte tagelang Schmerzen in den Schultern", sagt sie. Die Kenntnis der Güter vor Ort ist ihr wichtig. Wenn sie einen Wein empfiehlt, erzählt sie gerne etwas über den Winzer oder über die besondere Lage des Hangs. Das gibt der Empfehlung eine persönliche Note. In ihrem Keller stapeln sich etliche Weinkisten, die sie von ihren Fahrten mit nach Hause bringt. Schon mehrmals besuchte sie die Fachmesse Pro Wein in Düsseldorf. Eine Flasche Wein würde sie auch im Supermarkt kaufen. Da habe sie schon interessante Weine entdeckt. Allerdings rät sie von Flaschen ab, die unter zwei Euro liegen. Dieser Preis würde schon allein die Herstellungs- und Transportkosten der Glasflasche nicht abdecken.

Quelle: RP
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