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Serie Digitale Stadt
Elektronischer Griff ins Bücherregal

Serie Digitale Stadt: Elektronischer Griff ins Bücherregal
Silvina Pimentel von der Stadtbibliothek macht es vor: Mit wenigen Klicks können Nutzer den Bestand des Hauses erfragen, schnell erfahren, was vorrätig ist. Auch viele E-Books sind downloadbar. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Die Welt wird digital. Doch was bedeutet das für den Alltag der Menschen, für unsere Stadt? In einer Serie blicken wir auf Remscheid. Wo gibt es Fortschritte, wo Defizite? Was nutzt dem Bürger? Wir beginnen mit der Stadtbibliothek. Von Christian Peiseler

Die Nutzer der Stadtbibliothek gehören zu den Gewinnern der Digitalisierung. Im obersten Stockwerk der Zentrale an der Scharffstraße stehen noch die alten Karteikästen mit dem Bestandskatalog. Der letzte Ausleihschein datiert auf das Jahr 1998. Im vorigen Jahrhundert besaßen die Nutzer noch grüne Ausweisheftchen, um das ausgeliehene Buch zu quittieren. Heute brauchen die Bücherfreunde nur einen elektronischen Karte (24 Euro im Jahr), mit der sich für sie das Reich der Bücher öffnet.

Besitzt die Bücherei ein Exemplar von Christa Wolfs Roman "Nachdenken über Christa T." aus dem Jahre 1968? Diese Frage kann der Leser sich schon zu Hause beantworten. Auf der Internetseite der Zentralbibliothek befindet sich ein Link zum Online-Katalog OCLC. Dort lassen sich alle Fragen nach ausleihbaren Büchern schnell beantworten.

Der Kunde der Stadtbücherei kann auch einen Blick auf sein Benutzerkonto werfen, um zu sehen, welche Bücher er abgeben muss, oder welches er per Mausklick verlängern oder vormerken kann. Die Digitalisierung schafft in der Bücherwelt eine neue Kundenfreundlichkeit, wie sie früher nicht möglich war. Sie setzt sich fort durch das Selbstverbuchersystem, das einen von den Öffnungszeiten der Bücherei unabhängig macht.

Seine Bücher kann der Kunde auch am Sonntag um 23 Uhr in den Nachtschalter am unteren Eingang des Gebäudes einlegen. Eine Quittung bestätigt ihm die Rückgabe. Die digitale Information führt direkt in die analoge Welt. Das Buch muss der Leser immer noch selber aus dem Regal ziehen und nach Hause tragen. Ohne Bibliothekarinnen wird es auch in Zukunft nicht gehen.

Wer nicht unbedingt ein gebundenes Buch in den Händen halten will, der kann die Möglichkeit des Downloadens nutzen. Von den knapp 400 000 Ausleihen pro Jahr von den etwa 8500 aktiven Nutzern sind 16 000 für E-Books dabei. "Die Tendenz ist steigend", sagt Cornelia Pauß, Leiterin der Zentralbibliothek. Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil an Ausleihen in den nächsten Jahren auf zehn bis 20 Prozent steigen kann.

Der Bestand an Büchern, die heruntergeladen werden können, ist noch begrenzt. Das Prozederes aber unkompliziert. Wem zum Beispiel im Urlaub die Lektüre ausgegangen ist, kann sich schnell ein Buch sichern. Nach 14 Tagen verfällt der Zugriff auf die Bücher. Das gilt auch für Hörbücher, die man sich auf seinen MP3-Player laden kann. Zusammen mit Solingen und Wuppertal kauft Remscheid die Lizenzen für die elektronischen Bücher. Die drei Stadtbibliotheken haben sich im Internet unter www.bergisch.bib.de zusammengeschlossen. Das Portal bietet einen trefflichen Einstieg in eine gründliche Buchrecherche. Sie reicht bis hin in spezialisierte Zeitschriftenarchive.

Bei der Ausleihe von CDs und Filme kann die Bibliothek mit dem digitalen Fortschritt nicht mithalten. "Jugendliche leihen bei uns kaum noch Musik aus", sagt Pauß. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt bei dem Erwerb von Klassik CDs. Und bei den Büchern will die Bücherei immer auf dem neuesten Stand sein.

Quelle: RP
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