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Remscheid
Elf Schulsozialarbeiter fördern Kinder

Remscheid: Elf Schulsozialarbeiter fördern Kinder
Dabei sein - hier eine Szene vom Grundschul-Fußballturnier -, auch wenn die Eltern kein Geld für eine Vereinsmitgliedschaft haben: Dank Unterstützung von Stadt und Land können Kinder aus sozial schwachen Familien in Jugendmannschaften mitkicken. FOTO: HN
Remscheid. Verein "Die Verlässliche" und die Kraftstation sind Träger der Schulsozialarbeit. Zehn Vollzeitstellen bis 2017 gesichert. Von Solveig Pudelski

Kinder aus sozial benachteiligten Familien schaffen in Deutschland seltener den Sprung in die Mitte der Gesellschaft als im Norden Europas und bleiben in ihrem "Milieu". In einigen Jahren könnte das Bild in Remscheid positiver aussehen - dann steht fest, welche Früchte eine verstärkt angebotene, nunmehr bis 2017 gesicherte Schulsozialarbeit getragen hat: Sie soll der jungen Generation die nötige Starthilfe vermitteln - zur Teilhabe an Bildung, Freizeit und Kultur, in die Ausbildung und den Beruf.

Die Stadt Remscheid und die beiden Träger der Schulsozialarbeit atmen auf: zum einen, dass alle Stellen mit gut ausgebildeten, erfahrenen Sozialpädagogen besetzt sind, zum anderen, dass die Finanzierung nach längerer Hängepartie gesichert ist. Es fließen Landesmittel, und nach politischem Beschluss im Stadtrat kommen gut eine halbe Million Euro aus dem städtischen Etat jährlich dazu.

"Das ist für Familien in prekären Situationen sehr wichtig", bewertete Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in einem Pressegespräch die Bedeutung der Schulsozialarbeit. Sie geht auf die Menschen zu, bei Bedarf kann sie leichter an andere Beratungseinrichtungen weiter vermitteln als ein Amt.

Derzeit kümmern sich elf Sozialpädagogen und Sozialarbeiter darum, dass Kinder und Jugendliche aus SGB II-Familien wie ihre Altersgenossen am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Nach einer Ausschreibung steht fest, wer ab 1. August die Träger sind: diejenigen, die die Aufgabe bereits vorher schon meisterten. Der Verein "Die Verlässliche", die Träger von Offenen Ganztagsgrundschulen ist, ist für Kinder im Grundschulalter zuständig. Deren Mitarbeiter helfen Eltern, die sogenannten BUT-Zuschüsse zu beantragen. Die Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sind dafür gedacht, dass ein Kind in einen Sportverein eintreten kann, Nachhilfe erhält oder Gitarrenunterricht. Die Schulsozialarbeiter helfen bei den Anträgen, bieten in Schulen mit bestimmtem Einzugsbereich ein bis dreimal in der Woche Sprechstunden an. "Remscheid hat seine BUT-Mittel ausgeschöpft", stellte Sozialdezernent Thomas Neuhaus fest. 2014 gab es 1700 Anträge für rund 600 Menschen, bilanzierte Matthias Spaan von der Verlässlichen.

Kompetenzen erkennen und stärken, lautet das Motto von Kompazz. Bei solchen Kletteraktionen zeigen sich Jugendliche oft von einer ganz anderen Seite.

Die Kraftstation/Kompazz als zweiter Träger legt ihr Augenmerk auf die älteren Kinder. "Wir begleiten 16 weiterführende Schulen", sagte Wolfgang Zöller, Geschäftsführer der Kraftstation. Von Sprechstunden, Hausbesuchen, Vermittlung in laufende Projekte wie zum Kulturrucksack, über Fallmanagement, Kompetenzförderung bis hin zu Assessment-Center reicht die Hilfe-Palette der Schulsozialarbeiter.

Quelle: RP
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