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Remscheid
Eltern lotsen Kinder sicher zur Schule

Remscheid: Eltern lotsen Kinder sicher zur Schule
An der Sedanstraße/ Ecke Metzer Straße und Spichernstraße versehen Sabine Schmalenbach (mit Tochter Mina (7)) und Emel Dutkun (rechts) ab Donnerstag ihren FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Als dritte Grundschule hat die Walther-Hartmann-Schule einen Schülerlotsendienst organisiert. Diese Woche geht's los. Von Stefanie Bona

Die Verkehrssituation rund um die städtische Walther-Hartmann-Grundschule ist für kleine Leute unübersichtlich. Das Schulgebäude liegt am Ende einer schmalen Sackgasse, wo Anwohner parken und am Ende kaum Platz zum Wenden ist. Zuvor kreuzen sich die Sedan- und die Metzerstraße, die dann in die schräg verlaufende und daher schlecht einsehbare Spichernstraße übergeht.

"Es gab im letzten Schuljahr mehrere brenzlige Situationen. Als dann einmal ein Kind fast angefahren wurde, war klar, dass wir etwas tun müssen", erinnert sich Emel Dutkun. Also regte sie gemeinsam mit Sabine Schmalenbach an, einen Schülerlotsendienst auf die Beine zu stellen. Beide haben Kinder, die nun ins zweite Schuljahr kommen. In Zusammenarbeit mit Schulleitung, Polizei und Stadt gelang es, 14 Eltern für diese Aufgabe zu gewinnen und zuvor eingehend darauf vorzubereiten. Zehn Personen werden morgens zwischen halb acht und acht die Grundschüler sicher über den Kreuzungsbereich führen, die anderen sind zunächst als Springer vorgesehen.

Stephan Keller von der Verkehrsunfallprävention der Polizei freut sich, dass nach den Schulen Menninghausen und Siepen nun die dritte Remscheider Grundschule mit Verkehrshelfern aufwarten kann. Er hat die Eltern geschult und ihnen Tipps für ihren morgendlichen Dienst gegeben. "Lotsen sollten sich immer so hinstellen, dass sie gut sichtbar sind", erläutert der Polizeibeamte. Keinesfalls dürfe man Autos anhalten. Vielmehr müssten die mit Leuchtwesten ausgestatteten Schülerlotsen den Verkehr beobachten und auch den Bremsweg der Fahrzeuge einschätzen lernen. Tue sich zwischen den fahrenden Autos eine Lücke auf, könne man auf die Straße treten und mit der Kelle ein Zeichen zum Abbremsen geben. Bleiben die Wagen stehen, können die Kinder über die Straße geleitet werden. Das Einzugsgebiet der Walther-Hartmann-Grundschule sei groß, weiß Sabine Schmalenbach. Dementsprechend viele Eltern führen ihre Töchter und Söhne mit dem Auto zur Schule. Dafür haben die Initiatorinnen des Lotsendienstes und auch der Polizist sogar Verständnis. Trotzdem: "Wenn Mütter oder Väter motorisiert ihre Kinder zur Schule bringen, sollten sie in gebührendem Abstand halten, das Kind aussteigen lassen und dann die letzte Strecke zu Fuß laufen lassen", wünscht sich Keller.

Diese dringende Bitte gelte indes für alle Grundschulen, wo man in den Morgenstunden überall das gleiche Bild beobachten kann. Autos halten und parken kreuz und quer vor den Schulgebäuden, Kinder laufen von anderen Fahrern schlecht zu sehen zwischen den Pkw her. "So gefährdet man nicht nur andere, sondern auch das eigene Kind", warnt Keller. Die Sackgassen-Situation mit den schlechten Wendemöglichkeiten an der Walther-Hartmann-Schule sorgten für zusätzliche Brisanz.

Emel Dutkun und Sabine Schmalenbach verbinden mit ihrer Initiative die Hoffnung, dass Eltern nun ein bisschen beruhigter sind und die Kids nicht mehr bis fast ins Klassenzimmer fahren. Denn nun sei ja gewährleistet, dass die Gefahrenstellen beaufsichtigt würden. Im Übrigen könnten Kinder nicht zu geübten und sicheren Verkehrsteilnehmern werden, wenn sie nie eigene Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln könnten, ergänzt Keller.

Quelle: RP
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