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Stefan Wascheszio
Entspannung am Schießstand finden

Stefan Wascheszio: Entspannung am Schießstand finden
Herr über die Waffen des Lenneper Schützenvereins 1805 ist Stefan Wascheszio. Das Schießen bedeutet für ihn Entspannung. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Als Hauptschießmeister des Lenneper Schützenvereins 1805 kennt Stefan Wascheszio die Regeln für Sportschützen genau.

Herr Wascheszio, Sie sind der Hauptschießmeister des Lenneper Schützenvereins 1805. Besitzen Sie einen Waffenschein?

Wascheszio Nein. Einen Waffenschein bekommen in Deutschland nur wenige ausgesuchte Personen, die damit berechtigt sind, eine Waffe in der Öffentlichkeit zu führen. In der Regel bekommt jemand höchstens eine Waffenbesitzkarte.

Besitzen Sie eine solche Karte?

Wascheszio Natürlich. Die Waffenbesitzkarte erlaubt, die Waffe zu Hause geschützt - in einem Waffenschrank, der einer bestimmten Schutzklasse unterliegt - aufzubewahren und sie nur in einem verschlossenen Behältnis zu transportieren. Das gilt für Jäger gleichermaßen wie für Sportschützen. Erst im Revier, beziehungsweise auf dem Schießstand darf die Waffe dem Transportbehälter entnommen werden.

Hat jeder Sportschütze seine eigene Waffe?

Wascheszio Nein, das kann man nicht sagen, ist aber für jeden Sportschützen erstrebenswert, da er seine eigene Waffe individuell einstellen kann.

Der Verein besitzt also auch eigene Waffen?

Wascheszio Wir haben in unserem Verein Vereinswaffen - Kleinkalibergewehre und Kurzwaffen sowie die dazugehörige Munition, die die Sportschützen benutzen dürfen. Diese Waffen händige ich oder einer meiner zwei Vertreter zusammen mit der Munition dem Sportschützen bei Bedarf aus. Nach dem Schießen wird alles wieder im Waffenschrank verschlossen. Darüber führen wir Buch.

Darf ein Sportschütze auch seine eigene Waffe mitbringen?

Wascheszio Natürlich, aber die muss man erst einmal besitzen. Eine eigene Waffe als Sportschütze zu erwerben, erfolgt nach genauen Regeln.

Und die sind?

Wascheszio Wenn Sie zum Beispiel in unserem Verein das Sportschießen ausüben, haben Sie nach einem Jahr die Möglichkeit, über unseren Dachverband, den Rheinischen Schützenbund (RSB), einen Antrag auf das Bedürfniss zum Erwerb einer Waffe zu stellen: mit der Angabe, mit welcher Waffe und in welchen Disziplinen sie schießen wollen. Wird der Antrag genehmigt, können Sie eine Waffe kaufen.

Das klingt einfach.

Wascheszio Moment. Mit dem positiven Bescheid des RSB gehen Sie zur Waffenbehörde - bei uns die Polizei in Wuppertal - und beantragen dort eine Waffenbesitzkarte. Hierzu müssen Sie nachweisen, wo Sie schießen und wie und wo Sie die Waffe aufbewahren. Erst mit der Erteilung der Waffenbesitzkarte dürfen Sie eine Waffe kaufen. Außerdem müssen Sie ein Schießbuch führen, um nachzuweisen, dass Sie regelmäßig schießen. Das funktioniert natürlich am besten über die Beteiligung an Wettkämpfen. Es reicht nicht aus, die Waffe lediglich zu Hause aufzubewahren.

Wie lange sind Sie schon Hauptschießmeister, Herr Wascheszio?

Wascheszio Seit zwei Jahren.

Was gehört noch neben der Aufsicht der Waffen zu Ihren Aufgaben im Verein?

Wascheszio Die Betreuung der Sportschützen, etwa bei Behördenangelegenheiten und Waffenrecht sowie die Unterstützung und Durchführung von Schießveranstaltungen und deren Aufsicht. Auch der Zustand des Schießstandes ist wichtig; für ein ordentliches Schießen sind viele Auflagen zu erfüllen.

Was macht Ihnen beim Sportschießen Spaß? Wenn Sie treffen?

Wascheszio Viel mehr. Es ist der Wettkampf mit anderen Schützen -natürlich um so mehr, wenn ich dabei gute Ergebnisse erziele. Ich kann mich auch mit dem Schießsport nach dem beruflichen Stress eines Arbeitstages bestens durch die erforderliche Konzentration und Körperhaltung beim Schießen entspannen. Wer gute Ergebnisse erreichen will, muss runterfahren. Danach habe ich meinen Kopf frei.

BERND GEISLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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