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Remscheid
Erinnerung an "Schräge Typen"

Remscheid. "Schräge Typen" hat es in Lennep quer durch die Jahrhunderte gegeben, zeigte Wilhelm R. Schmidt bei seiner Stadtführung auf. Diese "Originale" bildeten den roten Faden für einen Rundgang, an dem trotz Dauerregens rund 20 historisch interessierte Einheimische und Touristen teilnahmen. In der Küchengasse nahe des Gänsemarktes lebte Ende des 19. Jahrhunderts Peter Hackenberg. Als Verleger hatte er aus dem Eindruck der bürgerlichen Revolution von 1848 mehrere Lennep-Zeitungen herausgegeben. Bekannt war er allerdings als Vorsitzender der Lenneper Turngemeinde, was hinsichtlich seiner äußeren Erscheinung eher verwunderlich war. "Er war ungeheuer beleibt, aß eigentlich immer und war sehr trinkfest", berichtete Schmidt. Doch habe er zwar keine Rolle rückwärts machen können, sei aber redegewandt und ein Organisationstalent gewesen.

Bernhard Funnemann war um 1900 herum ein Mann, der geistig ein wenig zurückgeblieben, aber in der Stadt wohl bekannt war. Eine Arbeit fand er beim Lenneper Kreisblatt, wo er die Maschinen drehte. Sein einfaches Gemüt habe manchen Zeitgenossen motiviert, ihm üble Streiche zu spielen. "Dann erschien keine Zeitung, und der Verleger gab den Lehrjungen eins hinter die Ohren."

Beim Besuch von Röntgens Geburtshaus am Gänsemarkt traf die Gruppe auf den neuen Träger der Röntgen-Plakette, Professor Sunil Sinha, der dort von Uwe Busch, Direktor des Röntgen-Museums, eine Exklusiv-Führung erhielt. Beide Besuchergruppen wurden von Harald Blondrath begrüßt, der zum bedeutenden Anlass in seine Paraderolle als Wilhelm Conrad Röntgen schlüpfte. Anhand von Fotografien und Zeitungen zeigte Stadtführer Schmidt auf, dass sich an verschiedenen Stellen der Lenneper Altstadt die Ansichten kaum verändert haben. Egal aus welcher Richtung man auf den Ortskern schaut, ist der Turm der Stadtkirche prägend.

(bona)
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