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Remscheid
Erste Bewohner in Hastener Unterkunft

Remscheid: Erste Bewohner in Hastener Unterkunft
Vor rund sieben Monaten flüchtete Rania (l.) mit ihrer Familie aus dem Irak nach Deutschland. Zuerst lebten sie in Gelsenkirchen, nun wohnen sie in der Flüchtlingsunterkunft in Hasten. "Uns geht es hier gut", sagt die 13-Jährige, die wie ihre Geschwister nach den Ferien eine deutsche Schule besuchen wird. FOTO: michael Schütz
Remscheid. Rund 50 Flüchtlinge leben derzeit im Heim an der Oberhölterfelder Straße. Manche werden wohl für Jahre bleiben. Von Tim Specks

In den Räumen unter dem Dach riecht es nach Farbe. Mitten im größten der lichtdurchfluteten Zimmer steht ein einsames Bällebad. Auf der obersten Etage der Flüchtlings-Unterkunft an der Oberhölterfelderstraße erinnert vieles an eine renovierte Wohnung, in die die neuen Bewohner erste Umzugs-Kartons geschleppt haben, um hier ihr neues Leben zu beginnen.

Im Erdgeschoss haben viele Menschen dieses neue Leben schon begonnen. Seit gut drei Wochen ist das Heim geöffnet, 120 Plätze für Asylsuchende bietet die Unterkunft. "Aktuell sind etwa 50 von ihnen belegt", sagt Daniela Krein, Geschäftsführerin des Vereins BAF ("Begegnen. Annehmen. Fördern."), unter dessen Leitung das Haus steht. Etwa ein Jahr hat der Umbau der ehemaligen Gewerbeimmobilie gedauert. Nun leben dort sowohl Familien, als auch Alleinreisende - vor allem aus dem Irak, dem Iran, Syrien und Afghanistan. Das Heim gilt als Übergangs-Unterkunft, aus der die meisten Bewohner nach relativ kurzer Zeit in andere Wohnungen ziehen sollen. In der Praxis aber komme es vor, dass Menschen mehrere Jahre in solchen Unterkünften bleiben, erklärt Krein. Das liege vor allem daran, dass die Bearbeitung der Asylanträge häufig eine sehr lange Zeit in Anspruch nehme.

Mit einer der Familien, die nun in Hasten leben, kam auch Rania nach Deutschland. Mit ihren fünf Geschwistern und ihren Eltern floh sie aus dem Irak. Zunächst waren die acht in Gelsenkirchen untergebracht, nun leben sie in Remscheid. "Uns geht es gut hier", erklärt die 13-Jährige, die bereits gute Deutschkenntnisse hat. Nach den Sommerferien werden sie und ihre Geschwister deutsche Schulen besuchen. In der Unterkunft lebt die Familie in einer eigenen Wohneinheit mit zwei Schlafzimmern, einer eigenen Küchenzeile und einem Badezimmer. "Uns war wichtig, dass das Haus über abgetrennte Wohnräume mit eigener Küche verfügt", erklärt Daniela Krein. Gerade die Küche berge Konfliktpotenzial: "Der eine räumt auf, der andere nicht - wie in jeder WG auch." Bei Alleinreisenden, die in einer gemeinsamen Einheit leben, werde darauf geachtet, dass sie vom Alter und der Herkunft zusammen passen. "Auf die Religionszugehörigkeit wird weniger geachtet - die soll beim Zusammenleben keinen zu hohen Stellenwert haben", erklärt Krein. Die Bewohner finden rund um die Uhr einen Mitarbeiter des Sozialdienstes und einen Hausmeister - so können Fragen oder Konflikte schnell geklärt werden.

Das neue Leben der Bewohner findet aber nicht nur im Heim statt. "Wir machen auch Ausflüge", erklärt Sozialarbeiterin Elfi Radziwill. Und: "Die Nachbarn haben die Flüchtlinge freundlich aufgenommen."

In Zukunft sollen auf der obersten Etage Sprachkurse und Kinderbetreuung angeboten werden. Ein Bällebad steht schon bereit.

Quelle: RP
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