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Remscheid
Es knirscht zwischen Stadt und Sportbund

Remscheid: Es knirscht zwischen Stadt und Sportbund
Reinhard Ulbrich nimmt kein Blatt vor den Mund. FOTO: HN (Archiv)
Remscheid. Der Sportbundvorsitzende Reinhard Ulbrich ist nicht zufrieden mit der Qualität der Zusammenarbeit. Von Stefanie Bona

Für Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des örtlichen Sportbunds, läuft es für den Remscheider Vereinssport derzeit nicht rund. Zu wenig Kommunikation zwischen Verwaltung und Sportbund, zu viel Zeit für die Umsetzung wichtiger Prozesse und geringe bis überhaupt keine Wertschätzung für das Ehrenamt im Sport - all diese Punkte merkte er bei den gestrigen Neujahrsgesprächen kritisch an.

In den Gasträumen auf der Sportanlage des Remscheider Schwimmvereins trafen sich vor allem Vertreter aus den Remscheider Sportvereinen. Die Fahne der Verwaltung hielt Sportdezernent Thomas Neuhaus hoch, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz fehlte krankheitsbedingt und auch Sportausschuss-Vorsitzender Markus Kötter ließ sich entschuldigen. Nach einem ausführlichen Jahresbericht der in Remscheid sehr aktiven Sportjugend monierte Ulbrich: "Die Arbeit wird immer gerne angenommen, die Lorbeeren werden jedoch von anderen eingesammelt." Dies sei in besonderem Maße für die jungen Leute frustrierend.

Auch wenn die Vereine die Nutzung von drei Remscheider Sporthallen im Rahmen der Flüchtlingsunterbringung unterstützten, seien die Einschränkungen dennoch schwierig hinzunehmen. Interne Konflikte wegen eines durch den Platzmangel bedingten reduzierten Angebotes seien zu klären, eine seriöse Jahresplanung sei aufgrund mangelnder Information über die künftige Entwicklung nicht möglich. Einschränkungen der Trainingsmöglichkeiten seien vor allem für die Vereine mit Mannschaften im Ligabetrieb ein Problem. Sportdezernent Neuhaus wollte diese Probleme nicht von der Hand weisen, machte nach Gesprächen mit Kollegen aus anderen Kommunen aber deutlich, dass man in Remscheid bezüglich der Platzkapazitäten noch vergleichbar gut dastehe. Generelle Schelte in Richtung seiner Mitarbeiter wies er zurück. Vor dem Hintergrund einer der desolaten Haushaltslage geschuldeten, immer dünner werdenden Personaldecke werde noch viel zum Wohle des Sports gestemmt. Man könne froh sein, dass man die Stelle des Sportamtsleiters nach dem Wechsel von Bernd Fiedler in den Ruhestand mit Martin Sternkopf habe besetzen können. "Dies zeigt, welchen Stellenwert der Sport in der Verwaltung hat."

Reinhard Ulbrich sieht die Sache etwas anders. Man habe nach konstruktiven Gesprächen ein enges Zusammenrücken von Sportamt und Sportbund forcieren wollen. Dazu habe man der Stadtverwaltung schon vor zwei Jahren vorgeschlagen, die Stelle des Sportamtsleiters durch eine gemeinsame Geschäftsführung zu ersetzen und damit auch Geld zu sparen. "Das wurde aber nicht gewollt, obwohl die Kompetenz da ist", spielte er auf die Qualifikation von Sportbund-Geschäftsführerin Daniela Hannemann an. Die angedachte räumliche Nähe von Sportverwaltung und Sportbund im Lüttringhauser Rathaus sieht er in weiter Ferne.

"Wir prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Sportbund dort unterzubringen", entgegnete Thomas Neuhaus und sagte weiterhin: "Gucken Sie nicht immer auf die Stadt und schieben Sie ihr nicht den Schwarzen Peter zu." Durch die Zuwanderung der Flüchtlinge ergäben sich für die Vereine große Chancen, ihre Strukturen dauerhaft zu sichern. Die Verwaltung werde dies aktiv unterstützen.

Quelle: RP
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