| 00.00 Uhr

Remscheid
Evangelische Gemeinde in Born bleibt weiterhin eigenständig

Remscheid. Die evangelische Gemeinde in Bergisch Born wird sich künftig mit einer halben Pfarrstelle zufriedengeben müssen. Darüber informierte das Presbyterium am Sonntag die Mitglieder. Um das umfangreiche Gemeindeleben aufrechtzuerhalten, wollen sie auch mit der Hückeswagener Gemeinde stärker zusammenarbeiten. Von Cristina Segovia-Buendía

Es war eine bittere Pille, die die anwesenden Mitglieder am Sonntag bei der Gemeindeversammlung schlucken mussten: Wenn Pastor Reinhard Feyka in den Ruhestand tritt - wann genau das sein wird, steht noch nicht fest - wird seine Stelle nicht mehr nachbesetzt, zumindest nicht in dem Umfang, den die Gemeinde bislang gewohnt ist.

Aufgrund allgemeiner Sparmaßnahmen der Landeskirche, des anhaltenden Trends des Mitgliederrückgangs und dem fehlenden Pfarrernachwuchs, wollte der Kirchenkreis Lennep die Gemeinden Hückeswagen und Bergisch Born für 2020 - wenn einer von drei Pastoren in den Ruhestand geht - eigentlich zusammenschmelzen. Doch bei einer Eingliederung, bemerkten Mitglieder des Presbyteriums in der Gemeindeversammlung, "fällt die kleinere Gemeinde in den meisten Fällen unter den Tisch und wird von der größeren geschluckt". Dieses Schicksal scheinen die Borner (mit knapp 900 Mitgliedern) dank guten Verhandlungen mit Superintendent Hartmut Demski noch abgewendet zu haben. Statt sich nach dem Ausscheiden von Pastor Feyka einen Pfarrer mit der evangelischen Gemeinde in Hückeswagen zu teilen, haben sich die Borner für eine halbe Pfarrstelle entschieden, die dafür aber ausschließlich ihnen zur Verfügung steht. Damit bleibt die Gemeinde weiterhin eigenständig.

"Doch wenn die Mitgliederzahl in unserer Gemeinde weiter rückläufig ist, müssen wir uns selbst die Frage stellen, welchen Sinn es noch hat, eine Pfarrstelle zu verlangen", gab Presbyter Paul-Gerhard Völpel in der Versammlung zu bedenken. Er forderte eine aktive Mitarbeit der Mitglieder beim Gemeindeaufbau.

In den kommenden Monaten werden sie sich Gedanken darübermachen müssen, wie sie ihr Gemeindeleben in Bergisch Born in Zukunft gestalten möchten. Mit der halben Pfarrstelle entgehen sie erst einmal der Fusion mit der evangelischen Gemeinde in Hückeswagen, die 2020 auch nur zwei (statt wie bislang drei Pfarrstellen) haben wird. Eine aktive Zusammenarbeit und Kooperation ist allerdings unumgänglich. "Das machen wir aber jetzt auch schon", bemerkte Paul-Gerhard Völpel. Die Gemeinden teilen sich beispielsweise einen Jugendleiter.

Auf die Jugend müsse künftig ein Hauptaugenmerk gelegt werden, um den Fortbestand der Gemeinde zu sichern. In welchen Umfang sich in diesem Bereich auch der Nachfolger Feykas einbringen sollte, das will die Gemeinde bei einem weiteren Treffen diskutieren. Fest steht: Die Mitglieder sind nun gefragt, ihr Gemeindeleben aktiv mitzugestalten und sich ehrenamtlich stärker einzubringen, um die Angebote aufrechtzuerhalten.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Evangelische Gemeinde in Born bleibt weiterhin eigenständig


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.