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Remscheid
Experten für Büro- und Schulbedarf

Remscheid: Experten für Büro- und Schulbedarf
Harro Schmidt leitet das Geschäft an der unteren Alleestraße. 1841 hatten seine Vorfahren einen Schreib- und Spielwarenladen eröffnet. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Das Schreibwarengeschäft Gottlieb Schmidt gibt es seit 175 Jahren, es ist in Familienhand geblieben. Von Stefanie Bona

Gottlieb Schmidt - dieser Name ist in Remscheid ein Begriff. Über Jahrzehnte wussten Kunden das integrierte Reisebüro und Generationen von Schülern das umfangreiche Sortiment des Schreibwarenladens zu schätzen. In diesem Jahr feiert das auf der Alleestraße ansässige Geschäft sein 175-jähriges Jubiläum. Damit blickt eines der ersten Einzelhandelsgeschäfte Remscheids auf eine bewegte Geschichte zurück. Bis heute befindet sich das Unternehmen im Eigentum der Familie Schmidt.

Am 1. April 1841 eröffnete der gelernte Buchbindermeister Gottlieb Schmidt am Steinweg seinen Laden für Schreib- und Spielwaren. Die nächste Generation brachte eine Lederwarenabteilung und die Herstellung von Geschäftsbüchern als Erweiterung mit ein. Hermann Schmidt junior ergänzte Anfang des 20. Jahrhunderts das Warenangebot um Büromöbel und Büromaschinen. Die Reisesparte wurde 1926 eingeführt. Bis zum Ende der 1990er Jahre konnten Kunden dort Privat- und Geschäftsreisen in alle Welt buchen.

Einen Einbruch gab es im Juli 1943, als beim Bombenangriff auf Remscheid das Geschäftshaus Alleestraße 29 und das Fabrikgebäude in der Bankstraße völlig zerstört wurden. Doch nur wenige Wochen lebte die Inhaberfamilie mit dem erzwungenen Stillstand und baute das Geschäft sukzessive wieder auf. Am 1. April 1954 eröffnete das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Alleestraße 29, das zwar das Reisebüro und die Schreibwaren weiterführte, aber die Buchdruckerei und die Geschäftsbücherfabrik nicht wieder aufnahm.

Nach einem Intermezzo als leitender Mitarbeiter beim Reisebürounternehmen TUI kehrte der heutige Inhaber Harro Schmidt um die Jahrtausendwende wieder ins Familienunternehmen zurück. Zuvor war die Reisebüroschiene verkauft worden, man konzentrierte sich wieder ganz auf den Schreib-, Büro- und Bastelbedarf. Zwischenzeitlich erfolgte ein Umzug in die obere Alleestraße, bevor sich Schmidt im Jahr 2006 entschloss, wieder zurück ins Stammhaus im unteren Teil der Remscheider Einkaufsmeile zurückzukehren.

Der Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass das Umfeld in diesem Teil Remscheids in den letzten Jahren eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit erschwert hat. So würde er den angedachten, aber bislang kontrovers diskutierten Plan, das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in seiner Nachbarschaft anzusiedeln, sehr begrüßen. "Das würde die Alleestraße sicherlich nachhaltig beleben."

Weiterhin verfolgt er die Idee, nach der ausgelaufenen Kooperation mit dem inzwischen eingestellten Bertelsmann-Club, an seinem Standort doch noch einmal Bücher zu verkaufen - am liebsten, mit einem entsprechenden Partner. Nachdem eine Buchhandlung auf der oberen Alleestraße das Geschäft aufgegeben hat, sei das Angebot in der City sehr begrenzt. "Ich will nicht einsehen, dass Remscheid als Großstadt in der Innenstadt mit nur einem Buchladen auskommt", sagt er.

Quelle: RP
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