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Remscheid
Familie erfährt große Hilfe in der Not

Remscheid: Familie erfährt große Hilfe in der Not
Das Ehepaar Marker (links) mit Tochter Sofia übergeben Spielwaren und Kleidung an Familie Klähn. Der neue Plüschdumbo für den kleinen Ebuka (Mitte) stammt von einer Remscheider Amerikanerin. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Familie Klähn hat durch ein Feuer Hab und Gut verloren. Über Facebook haben sich Hunderte solidarisch gezeigt. Von Lisa Kreuzmann

"Hilfe!", schrieb Hausverwalterin Nadine Marker am Dienstagabend auf Facebook. Zu dem Zeitpunkt hat sie schon einiges erlebt: Behörden abtelefoniert, eine Ferienwohnung organisiert, eine große Tüte Pommes gekauft und Kindertränen getrocknet. Bei einem Wohnungsbrand in der Christianstraße 34 hat am Dienstagmorgen eine Familie mit drei Kindern alles verloren. Die bereits verwitwete Mutter konnte sich mit ihren Kindern im Alter zwische zwei und 21 Jahren ins Freie retten, doch die Hasen und Mäuse der Kinder sowie Möbel, Kleidung und andere Habseligkeiten mussten in den Flammen zurückbleiben. Für den jüngsten der Kinder besonders schwer: Auch die Erinnerung an seinen verstorbenen Vater, ein Stofftier des Disney Klassikers "Dumbo", das ihm der Vater aus Amerika mitgebracht hatte, verbrannte.

Das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden, doch die vierköpfige Familie stand nun buchstäblich auf der Straße. Eine Versicherung hat die 43-jährige Mutter nicht, sie lebt von Sozialhilfe, und Verwandte können auch nicht helfen. Für das Maklerehepaar Nadine und Dennis Marker, die vom Hauseigentümer informiert wurden und mit der Feuerwehr an der Wohnung ankamen, war es deshalb selbstverständlich, nicht nur erste Hilfe zu leisten. "Wir haben selbst zwei kleine Kinder", sagt Nadine Marker, "und das kann jedem passieren." Die Brandursache ist nach wie vor unklar, die Feuerwehr geht jedoch von einem technischem Defekt aus. Über Facebook konnte die Maklerin viele Remscheider mobilisieren, die sich mit der Familie solidarisch zeigten und jede Menge Hilfe anboten. "Ich kann schleppen wie ein Esel", schrieb ein Nutzer etwa. Aber vor allem Kinderkleidung, Spielsachen, Geldspenden sowie Möbel wurden der Familie in Not angeboten. Der Zuspruch ist nach wie vor enorm. Mehrere Hunderte zeigen sich auf Facebook vom Schicksal der Familie betroffen. "Zum Glück haben wir einen Lkw", scherzt Maklerin Nadine Marker. Momentan lagern die vielen Sachspenden noch bei den Markers im Wohnzimmer. Darunter auch Kleidung in Konfektionsgrößen, für die die vierköpfige Familie keine Verwendung hat. Nadine Marker möchte diese Sachen nun für kleines Geld versteigern und die Erlöse der Familie zukommen lassen. Und auch die beiden Wellensittiche, Coco und Chico, die die Feuerwehr aus den Flammen retten konnte, haben die Markers aufgenommen. Aber auch Kritik an der Reaktion der Stadt wurde laut. "Zunächst wollte sich niemand verantwortlich zeigen", erzählt Nadine Marker. "Hat die Stadt keine Wohnungen, die sie zur Verfügung stellen kann?", fragt auch eine Facebook-Nutzerin. Und auch "Das ist typisch Remscheid", wird im Internet gefrotzelt.

Doch schon am Dienstag sicherte die Stadt zu, die Kosten für die erste Übernachtung in einer Lenneper Ferienwohnung zu übernehmen. Inzwischen hat die Stadt zugesagt, diese Wohnung bis zum Wochenende zu finanzieren, erzählt Nadine Marker, denn spätestens Samstag kann die vierköpfige Familie in eine möblierte Wohnung wechseln, für die die Vermieterin zunächst keine Miete verlangen möchte, um die Familie zu unterstützen. Die älteste Tochter Jasmin konnte das Krankenhaus am Donnerstag als letzte verlassen. Nadine Marker möchte einen Weihnachtsbaum auftreiben. Und auch für den zweijährigen Ebuka gab es das Ersehnte: Eine amerikanischstämmige Remscheiderin schenkt ihm einen neuen "Dumbo".

Quelle: RP
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