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Remscheid
Familien haben es schwer bei Haussuche

Remscheid: Familien haben es schwer bei Haussuche
Beatrix Berges von der Stadtsparkasse Remscheid im Gespräch mit Nate Kohrs und Partner Koen Frans. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Die Immobilienbörse der Sparkasse erfuhr am Samstag einen regen Andrang. Der Druck auf dem Markt zeigte sich auch bei einigen der zahlreichen Messebesucher, die die Stände der insgesamt 33 Aussteller umlagerten. Von Cristina Segovia-Buendia

Seit gut zwei Jahren ist Familie Prangenberg schon auf der Suche nach einem schönen Eigenheim. Bislang war das passende Objekt nicht dabei. Und während dieser Zeit, geben die Eltern des vierjährigen Noahs offen zu, sind ihre Ansprüche auch gesunken. "Wir waren auf der Suche nach einem freistehenden Haus", sagt Vater Sebastian Prangenberg (36). "Ein großes Badezimmer mit Badewanne sollte es haben und ein großes Wohnzimmer, wo die Familie für Feiern zusammenkommen könnte", fügt Ehefrau Julia (34) hinzu. "Mittlerweile denken wir, dass sowas vielleicht nicht mehr so wichtig ist."

Die junge Familie würde sich mittlerweile auch mit weniger zufriedengeben. Doch auch mit gesunkenen Ansprüchen, verrät der Familienvater, "ist es schwierig, etwas Passendes zu finden, der Markt ist nämlich komplett abgegrast". Das zeigte sich auch an den Ständen einiger Makler: Eine besonders große Auswahl konnte keiner bieten. Einige hatten unter ihren ausgestellten Angeboten, die sich weit durch das gesamte Bergische Land zogen, sogar Immobilien dabei, die längst verkauft waren.

Familie Prangenberg würde gerne in Lüttringhausen wohnen bleiben, "aber auch das muss nicht sein, wenn wir ein passendes Haus woanders finden", sagt die 34-jährige Mutter. Gesucht wird auf sämtlichen Kanälen, bei verschiedenen Onlinediensten sind sie angemeldet. Familie- und Freundeskreis halten Augen und Ohren offen, selbst Flyer haben sie gedruckt und verteilt, um eventuell so an die passende Immobilie zu kommen. Bislang vergebens.

"Es gibt Phasen, da ist man schon frustriert und will nichts mehr darüber wissen, aber dann guckt man einige Wochen später doch wieder. Man braucht halt viel Geduld", sagt die 34-Jährige. "Wir setzen stark auf Vitamin B", sagt der Familienvater, "denn selbst wenn mal gute Angebote neu eingestellt werden, sind diese binnen kürzester Zeit wieder weg".

Die Immobilien-Börse der Sparkasse hat das Paar bereits mehrmals besucht. "Auch, wenn man den Markt fast schon auswendig kennt, macht es Sinn zu kommen, weil viele Makler einige Angebote bis zur Messe vorhalten", sagt der 36-Jährige.

Dass gute Angebote bis zur Messe strategisch zurückgehalten werden, "würde ich so nicht bestätigen", äußert Michael Wellershaus, Vorstandsmitglied der Sparkasse, "aber es ist schon richtig, dass unsere Mitarbeiter im Zeitraum vor der Immobilienbörse ihre Suche verstärken, um den Besuchern auf der Börse neue Objekte präsentieren zu können".

Besonders nachgefragt bei seinen Kunden seien dabei stadtnahe Wohnungen und Neubauten, die unter anderem auch als Kapitalanlage und Altersvorsorge dienen. "Bei jungen Familien ist es ein bezahlbares Haus mit vielen Zimmern. Vor allem Einfamilienhäuser mit einem guten Erscheinungsbild seien begehrt.

Von den insgesamt 33 Ausstellern bei der Sparkasse widmeten sich einige Anbieter dem diesjährigen Schwerpunktthema "Smart Home", rund um ein intelligentes, digital vernetztes Heim, das sich mit Smartphone oder mittels Fernbedienung programmieren und kontrollieren lässt. Das findet auch Julia Prangenberg interessant: "Die Stände sind gut präsentiert und das Angebot breit aufgestellt". Doch übermäßig viel Zeit widmet die Familie diesem Thema nicht, äußert Sebastian Prangenberg: "Ehe wir uns mit solchen Dingen beschäftigen, müssen wir erst ein Haus finden." Denn die passende Immobilie war auch diesmal noch nicht dabei.

Quelle: RP
 
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