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Remscheid
Ferne Klänge aus der Ost-Türkei

Remscheid. Sie ließen die Jahrhunderte wie im Flug vergehen: Ulas Özdemir und Harun Özdemir aus der Maras Region in der Ost-Türkei nahmen die Besucher des Klangkosmos am Donnerstagabend im Teo Otto Theater mit auf eine musikalische Zeitreise. Von Hagen Thiele

Beginnend mit dem 14. Jahrhundert widmete sich das Duo mystisch spirituellen Liedern der alevitischen Kulturtradition und schlug dabei einen Bogen bis in die Gegenwart.

Die mitunter sehr komplexen und äußerst gefühlvoll dargebotenen Stücke beeindruckten zwar und eröffneten den Zuhörern einen faszinierenden Einblick in eine fremde Musikkultur, aber packten das Publikum nur selten. Meist blieb den Besuchern nicht viel mehr übrig, als den vertrackten Stücken von oft mehr als zehn Minuten Länge zu lauschen, ohne emotional auf sie anzusprechen.

Mit sehnsüchtigen Melodien, die zumindest für das mitteleuropäische Ohr sehr exotisch klangen, begann das Özdemir-Duo den Konzertabend. Die Musiker harmonierten dabei perfekt - und das sowohl an den Instrumenten als auch bei ihrem mehrstimmigen Gesang. Alles klang wie aus einem Guss und ergab ein stimmungsvolles Ganzes. Die große Emotionalität der Stücke zeigte sich auch auf den Gesichtern der beiden Künstler, die beim Gesang zumeist die Augen geschlossen hatten, um sich noch mehr ihrer Musik hingeben zu können.

"Es ist uns sehr wichtig, dass wir anderen Menschen einen Einblick in unsere Musik und unsere Religion bieten können", sagte Ulas Özdemir. In diesem Sinne erklärten die Künstler die musikalischen Hintergründe ihrer Stücke. Große Aufmerksamkeit widmeten sie dabei ihren Instrumenten, die alle zu der großen Baglama Instrumenten-Familie gehören wie Diwan Sazi, Dede Sazi, Ruzba. Zudem betonte Ulas Özdemir mehrmals, dass sie in der Tradition alter Alevi-Meister und Âsiks stehen und die musikalische Entwicklung bis heute aufzeigen möchten. Getreu dieses Credos überraschte am Ende vor allem ein Lied aus dem 21. Jahrhundert. Obwohl um die 700 Jahre später entstanden als das erste Stück des Abends, fiel der stilistische Unterschied gering aus. Die Reaktion des Publikums war zurückhaltend.

Quelle: RP
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