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Remscheid
Finanzspritze für Schulen und Straßen

Remscheid: Finanzspritze für Schulen und Straßen
Die Fassade des Schulgebäudes des Berufskollegs Käthe Kollwitz ist bereits saniert, nun soll die Außenhülle der Sporthalle wärmegedämmt werden. Auf der Freiheitstraße sollen neue Ampelanlagen für die grüne Welle sorgen. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Gut sechs Millionen Euro erhält Remscheid aus dem Konjunkturpaket III. Bis 2018 wird in acht Maßnahmen investiert. Von Solveig Pudelski

In Remscheid kann das städtische Gebäudemanagement bis 2018 fast 7,4 Millionen Euro zusätzlich investieren. 90 Prozent der Summe stammen aus einem Fördertopf mit dem sperrigen Titel "Kommunalinvestitionsförderungsgesetz", das der Landtag im Oktober 2015 beschloss. Vor allem Schulen profitieren von der Finanzspritze. Nicht nur die Förderrichtlinien spielten bei der Auswahl der Projekte eine Rolle, geachtet wurde auch "darauf, dass der städtische Haushalt künftig entlastet wird", sagt Thomas Judt, Leiter des Gebäudemanagements. Sind zum Beispiel Heizanlage und Wärmedämmung eines städtischen Gebäudes topmodern, werden Energiekosten erheblich gesenkt. Ein Bewertungsschema half bei der Auswahl der Projekte. Auch Barrierefreiheit, Lärmschutz und Luftreinhaltung spielten eine Rolle. Nicht umgesetzt aus dem Paket wird ein Hubschrauberlandplatz am Sana-Klinikum.

In Cent und Euro konnten solche Effekte nach den Konjunkturpaketen I und II errechnet werden. Die aktuelle Auswertung soll in Kürze der Politik vorgelegt werden. Eingespart wurde bereits mehr, als die Kommune damals an Eigenanteil aufbrachte. Dank dieser Förderprogramme wurden eine ganze Reihe an Schulen energetisch auf Vordermann gebracht. Photovoltaikanlagen auf Dächern, Einbau moderner Heizungsanlagen bis hin zu einer Eisheizung, neue Fassaden und Fenster ließen die Nebenkosten schrumpfen und dienen dem Gebäudeerhalt. Mit dem knappen Etat einer finanzschwachen Kommune allein wäre auch das neue Maßnahmenpaket nicht möglich gewesen. Es hilft bei der Instandhaltung einiger städtischer Gebäude, halte aber nicht den Werteverzehr auf, der durch den gekürzten Etat für Unterhaltung der Immobilien verursacht wird, sagt Judt. Bis 2018 sind folgende Maßnahmen geplant:

Röntgen-Gymnasium Am Atrium-Gebäude des Röntgen-Gymnasiums werden die Fassaden gedämmt und Fenster ausgetauscht. Ein Aufzug soll in dessen Innenhof errichtet werden. Da Teile dieses Gebäudes als Umkleide- und Sanitärbereich der neuen Dreifachsporthalle dienen, erhoffe man sich Synergien mit diesem Neubau. Kosten: 1,8 Millionen Euro, Einsparung (bis 2020): 45.000 Euro.

Berufskolleg Käthe Kollwitz Dank der ersten Konjunkturpakete investierte die Stadt bereits in die Fassadenerneuerung des Gebäudes an der Freiheitstraße. Nun wird die Turnhalle energetisch saniert: Dach, Fenster, Fassade, Erneuerung von Heizungs- und Beleuchtungstechnik sind geplant. Kosten: 750.000 Euro, Einsparung: 32.000 Euro.

Albert-Einstein-Gesamtschule Neue Fenster, Wärmedämmung der Fassade und eine Photovoltaikanlage anstelle der Natursteinaußenhülle sowie ein Aufzug an der Außenseite am Gebäudeteil der Aula, eine moderne Wärmeerzeugung stehen für das Gesamtschulgebäude auf dem Programm. Kosten: 1,8 Millionen, Einsparung: 105.000 Euro.

Hauptfeuerwache Das Gebäude Auf dem Knapp erhält 2017 ein Blockheizkraftwerk, das die 25 Jahre alte Anlage ersetzt. Die Kosten in Höhe von 275.000 Euro amortisieren sich vergleichsweise schnell. Denn bis 2020 spart die Stadt 93.000 Euro an Energiekosten.

Teo Otto Theater Noch in diesem Jahr lässt das Gebäudemanagement die 30 Jahre Heizanlage des Theaters durch eine neue ersetzen. Kosten: 170.000 Euro, Einsparung: 35.000 Euro.

Werkzeugmuseum Ebenfalls in diesem Jahr wird der Wärmeerzeuger im Deutschen Werkzeugmuseum ausgetauscht. Kosten;. 120.000 Euro, Einsparung: 32.000 Euro.

Neue Ampelanlagen Freiheit-straße Mit einer grünen Welle können die Autofahrer rechnen, wenn auf der Freiheitstraße acht Ampelanlagen ausgetauscht werden. Dank des flüssigeren Verkehrs sinkt der CO2-Ausstoß. Und Remscheid kann die Forderung des Luftreinhalteplans der Bezirksregierung erfüllen. Kosten: 675.000 Euro, Einsparung: 18.000 Euro.

Bergisch Born Auf der B 51 wird zwischen der Einmündung Piepersberg bis zur Hausnummer 172 sowie von der Bornefelder Straße bis zur Brücke der Balkantrasse sogenannter Flüsterasphalt aufgetragen. Da dort eine Kanalbaumaßnahme läuft, für die die Straße ohnehin teilweise aufgerissen wird, kann die aus dem Fördertopf zu finanzierende Investitionssumme (um 24 Prozent) gesenkt werden. Kosten: zwei Millionen, Einsparung: 268.000 Euro.

Quelle: RP
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