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Remscheid
Firmengründer sind optimistisch

Remscheid. Umfrage der IHK ergibt: 70 Prozent der Befragten empfehlen Selbstständigkeit.

Die meisten Existenzgründer werten den Schritt in die Selbstständigkeit als Erfolg. Allerdings berge dieser Prozess auch Risiken. Diese Schlüsse zieht Thomas Meyer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid, aus einer landesweiten Studie.

Befragt wurden 550 Existenzgründer, die sich im ersten Habjahr 2016 selbstständig gemacht hatten. Die Studie ermöglicht nach Einschätzung der Bergischen IHK erstmals einen statistisch auswertbaren Einblick in die persönliche Gesamtsituation von Unternehmensgründern. Viele Existenzgründer beklagen den bürokratischen Aufwand.

Zwar beklage fast jeder zweite Gründer im neuen IHK-Gründerreport den "bürokratischen Aufwand". Doch 70 Prozent der Befragten würden einem guten Freund empfehlen, sich ebenfalls selbstständig zu machen. Immerhin bei fast jedem dritten Gründer (31 Prozent) verlief der Weg in die Selbstständigkeit ohne Schwierigkeiten. Das Fazit der IHK: "Insgesamt bescheinigen die Gründer dem Land ein gutes Gründungsklima."

Erkenntnisse liegen auch zur Ausgangssituation vor. 50 Prozent der Gründer war in der Altersstufe zwischen 35 und 55 Jahren. In der Mehrzahl waren es erfahrene Fachkräfte, die sich für die Selbstständigkeit entschieden. Jeder Zweite gründete aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus. Haben sich Gründer entschieden, gehen die Vorbereitungen laut IHK relativ schnell: Gut 70 Prozent der Befragten brauchten weniger als sechs Monate.

In einem anderen Punkt sieht Meyer noch Handlungsbedarf bei der IHK: Nur 22 Prozent der Befragten nahmen eine Gründungsberatung in Anspruch. Dies bewertet er als "überraschend wenig". "Hier müssen wir auch als IHK mehr Aufklärungsarbeit leisten. Eine intensive Gründungsberatung ist ein wesentlicher Grundstein für die Erfolgschancen", erklärte Meyer.

Die meisten Gründer starten mit relativ wenig Kapital. Mehr als die Hälfte setzte weniger als 5000 Euro ein, nur knapp acht Prozent investierten mehr als 100 000 Euro. Mehr als drei Viertel verwendeten dabei ausschließlich eigenes Geld. Der Weg in die Gewinnzone war für die meisten schnell geschafft: Über die Hälfte kommt nach einem Jahr der Selbstständigkeit mit ihren Einnahmen über die Runden. Weitere 28 Prozent erwarten dies spätestens in einem halben Jahr. Lediglich knapp 17 Prozent sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels.

(ate)
 
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