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Remscheid
Flüchtlinge lernen die Grundregeln des Verkehrs

Remscheid. Verkehrswacht verteilt Plakate mit verständlichen Piktogrammen und kurzen Texten in den Heimen. Von Stefanie Bona

Die Verkehrswacht Remscheid sorgt sich um die Verkehrssicherheit der in der Stadt lebenden Flüchtlinge. Viele von ihnen, so bestätigt Daniela Krein vom für die Flüchtlingsarbeit vor Ort zuständigen Verein BAF, kennen aus ihren Heimatländern Verkehrssysteme bzw. -strukturen überhaupt nicht. Dementsprechend schwierig sei es, Kinder und Erwachsene mit den hier geltenden Regeln vertraut zu machen, erklärte sie gestern vor der Presse.

"Eine Rote Ampel sagt noch lange nicht jedem etwas", hat sie festgestellt. Bei derlei Unsicherheit habe der eine oder andere in den vergangenen Monaten sicher einen Schutzengel an seiner Seite gehabt, so dass Gravierendes bislang zum Glück noch nicht passiert sei. Daher hat die Verkehrswacht ein Plakat aufgelegt, das mit Abbildungen, Fotos und Piktogrammen leicht verständliche Hinweise zu den gängigsten Verhaltensweisen im Straßenverkehr gibt. Um möglichst wenige Sprachbarrieren aufzubauen, sind die auf das Notwendigste begrenzten Texthinweise auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch verfasst.

Alle Faltblätter in Din A 2-Größe werden in den Flüchtlingsheimen aufgehängt. Die dort tätigen Hausmeister, Ehrenamtler und hauptamtlichen Betreuer wollen versuchen, die Asylbewerber auf die Initiative gezielt aufmerksam zu machen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen. "Es geht um einfache Grundregeln für Fußgänger und Radfahrer", erklärt Otto Mähler, Vorsitzender des Vereins Verkehrswacht in Remscheid. Zum Beispiel wird empfohlen, dass Eltern auf dem Bürgersteig an der Straßenseite und kleinere Kinder an der Hand geführt entlang der Häuserseite gehen. Ebenso erläutert wird das richtige Überqueren eines Zebrastreifens und dass man keinesfalls als Fußgänger eine Autobahn betreten darf.

Besonderes Augenmerk wenden die BAF-Mitarbeiter den radfahrenden Flüchtlingen zu. Die Aktion der katholischen Pfarrgemeinden, die in großer Zahl Fahrräder gesammelt, instandgesetzt und an die Familien weitergegeben hatten, sei eine super Sache gewesen, sagt Daniela Krein. Gleichwohl bestünde die Gefahr, dass viele der Menschen mit einem Rad überhaupt nicht umgehen, geschweige denn sich mit ihm im Straßenverkehr sicher bewegen könnten. Ebenso sei nicht sichergestellt, dass die Fahrräder dauerhaft verkehrstauglich in Schuss gehalten werden. "Ein Grundkurs in Verkehrserziehung wäre für die Radfahrer sicher nötig", gibt die BAF-Geschäftsführerin zu bedenken. Otto Mähler denkt diesbezüglich an weitere Aktionen, für die er auch die Polizei mit ins Boot nehmen will. Im Herbst könne man beispielsweise auf die Bedeutung von heller Kleidung im Straßenverkehr aufmerksam machen. Damit ließen sich sicher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, überlegt Daniela Krein. Denn die wenigsten Asylbewerber hätten in ihren Herkunftsländern gute Erfahrungen mit Polizisten gemacht. "Sie kennen die Polizei nur als Prügeltruppe. Dass aus diesem Kreis jemand freundlich ist, das Gespräch sucht und auch mal der Mutter mit dem Kinderwagen die Treppe hoch hilft, ist für sie völlig neu", sagt sie. Insofern sei es schön, wenn man über einen Besuch zur Verkehrserziehung erste Kontakte knüpfen könnte.

Quelle: RP
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