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Remscheid
Flüchtlinge machen ihr Seepferdchen

Remscheid: Flüchtlinge machen ihr Seepferdchen
Wassergewöhnung war der erste Schritt zum Schwimmenlernen. In dem Kurs des Sportbundes mit Remscheider Schwimmvereinen übte Majdoleen ihre ersten Züge mit Begleitung der Übungsleiterin und mit einer Schwimmnudel. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Sportbund und Remscheider Schwimmvereine haben Kurse für Flüchtlingskinder angeboten. Von Cristina Segovia-Buendía

Der Sportbund hat in Kooperation mit allen vier Remscheider Schwimmvereinen während der Herbstferien Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien angeboten. Im Sportbad am Stadtpark übten täglich 40 Kinder und Jugendliche, zwischen fünf und 25 Jahren für jeweils zwei Stunden. Einige von ihnen haben während dieser zwei Wochen sogar ihr Seepferdchenabzeichen geschafft.

Für viele war das Planschen im Wasserbecken absolutes Neuland, erzählt Übungsleiterin Nadia Niemeyer: "Einige Kinder mussten wir erst ans Wasser gewöhnen." Mit Schwimmnudeln und Brettchen durften die Kleinsten zunächst im Nichtschwimmerbecken planschen und den Auftrieb üben. "Wir haben einige kindgerechte Spiele gespielt, bis sie sich im Wasser wohlgefühlt haben." Sobald sie sich auf dem Wasser halten konnten, ging es zum Bahnenschwimmen ins große Becken.

Acht Übungsleiter stellten die vier Schwimmvereine "Wassersportfreunde Remscheid" (Waspo), Remscheider Turnverein (RTV) sowie Remscheider- und Lenneper Schwimmverein (RSV und LSV) für beide Ferienwochen zur Verfügung. Finanziert wurden die Kurse vom Sportbund und durch Eigenanteile der Flüchtlingsfamilien.

Mohamad Diab, Fachkraft im Sportbund für Integration mit Sport, war währenddessen als Übersetzer tätig. "Das hat wunderbar geklappt", lobte Niemeyer. "Ohne ihn hätten wir wirklich Probleme bekommen." Denn die Kinder, die eine neue Sprache bekanntlich schnell aufschnappen, verstanden offensichtlich alles, was die Übungsleiter ihnen erklärten, "nur Antworten fielen ihnen schwer. Somit wussten wir nie, ob sie das jetzt alles wirklich so verstehen", erzählte Niemeyer.

Die Sprachbarriere war somit auch die größte Herausforderung des Schwimmkurses. "Ansonsten haben die Kinder sehr schnell gelernt und sind teilweise auch viel motivierter bei der Sache als bei ganz normalen Schulklassen." Acht von ihnen werden den Ferienkurs mit dem Seepferdchenabzeichen abschließen. "Die anderen Kinder bleiben hoffentlich noch weiter dran."

Der neunjährige Abdullah zeigte nach den zwei Wochen keine Scheu mehr vor dem Wasser. Mutig stürzte er sich am letzten Tag vom Starterblock ins Wasser des großen Beckens und schwamm drauf los. Auf halber Strecke wurde es für den Jungen zwar anstrengend, doch eine kurze Pause später, schwamm er die Bahn durch. "Das macht Spaß", sagte der Neunjährige, der leicht aus der Puste geraten war. "Schwimmen kann ich jetzt schon ein bisschen", meinte er freudestrahlend.

Sofern der Sportbund Remscheid noch einmal beschließen sollte, Schwimmkurse für Geflüchtete anzubieten, , "wären wir aus den Vereinen sicherlich wieder dabei", sagte Niemeyer.

Quelle: RP
 
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