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Remscheid
Flüchtlinge malen Bilder aus der Heimat

Remscheid: Flüchtlinge malen Bilder aus der Heimat
FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Mit dem Verkauf eines Kalenders wird die Flüchtlingsarbeit der Caritas unterstützt. "Vielfalt.Viel wert" heißt das Projekt. Von Cristina Segovia-Buendia

Bei einem Mal-Workshop im Rahmen der Caritas-Kampagne "Vielfalt. Viel wert" sind im World-Café des Lenneper Lotsenpunkts 27 Acrylbilder zum Thema "Heimat ist bunt", entstanden. Die Maler sind Flüchtlinge aus der ganzen Welt, die mittlerweile in Remscheid leben. Zwölf dieser Werke hat eine Jury für einen Bildkalender ausgewählt, der kommenden Sonntag in den Verkauf geht. Der Reinerlös fließt für weitere Projekte zurück in die Flüchtlingsarbeit des Remscheider Caritasverbandes.

Bunte, farbenfrohe Bilder: Szenen schöner Landschaften, bergige Hügel aus Afghanistan, saftig grüne Wiesen und ein Blumenmeer aus Rumänien. Leuchtend blaue Flüsse, auf denen Fischerboote zu sehen sind oder Momentaufnahmen landwirtschaftlicher Arbeit mit Wasserbüffel aus Bangladesch. Zeichnungen wunderschöner Orchideen aus Aserbaidschan oder Skizzen afrikanischer Frauen aus Guinea mit ihren farbenfrohen Kleidern. All diese Bilder zeigen die Heimat ihrer Schöpfer. Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verlassen mussten und nun in Remscheid eine neue Bleibe gefunden haben. Ein Ort an dem sie sich wohl fühlen und, wie in den Bildern sichtbar wird, der auch ihre Kreativität befördert.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Entstanden war die Idee zum Projekt aus einer Aktion von Radio RSG und der Telekom im Oktober. Damals hatte sich der Remscheider Caritasverband beteiligt und gemeinsam mit Flüchtlingsfrauen Telefonverteilerkasten bunt gestaltet. Dabei lernte Uschi Lauterjung von der Caritas, zuständig für die Vielfalt-Kampagne, Nazakat Nizamowa kennen. Die Neu-Remscheiderin, examinierte Kunstlehrerin aus Aserbaidschan, kam vor zehn Jahren mit ihrer Familie und den Kindern nach Remscheid. "Wir stellten schnell fest, dass da sehr viel Talent bei den Frauen steckte und dass sich die Aktion gut mit dem Heimatthema unserer Kampagne verbinden ließ", erklärt Lauterjung.Daraufhin entstand im Lenneper Lotsenpunkt der Caritas ein Malworkshop mit der Kölner Künstlerin Gila Dünnebeil, an dem auch wieder Nizamowa mitwirkte.

"Der Workshop hat viele Flüchtlinge im Lotsenpunkt angesprochen, die sich auch ohne malerische Vorkenntnisse beteiligt haben", erklärte Sandra Engelberg, Vorsitzende des Caritasverbandes. Sie zeigte sich fasziniert davon, wie Kunst Menschen aus unterschiedlichen Ländern in ihrer neuen Heimat zusammen gebracht hat. "Es ist einfach schön, wie sich alles entwickelt hat und was am Ende daraus entstanden ist." Der Kalender geht ab Sonntag, 13. Dezember, in den Verkauf. Der Reinerlös kommt der Rem,scheider Caritas für ihre Flüchtlingsarbeit zugute.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Quelle: RP
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